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 Betreff des Beitrags: Der vergessene Serafan - update
BeitragVerfasst: 10. Oktober 2005, 21:11 
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„Auch ein Serafan kann seinen Schwur brechen!“, warf er ein.
„Aber ich doch nicht.“, erwiderte ich, jetzt regelrecht der Verzweiflung nahe und lehnte mich mit dem Rücken an die Wand links von mir, „Bitte Doran, du musst mir glauben. Irgendjemand spielt ein übles Spiel mit mir. Mit uns allen!“
Doran erwiderte nichts darauf. Nachdenklich schaute er mich an und dann, einen kurzen Augenblick später, mir dabei fest in die Augen blickend, sprach er leise: „Glaubt nicht den Gerüchten, die man euch plötzlich über einen eurer Kameraden erzählt. Sucht nach der Wahrheit, nach Beweisen. Haltet stets zusammen, steht euch bei, und erst wenn ihr wirklich Gewissheit habt, dann richtet...“
Ich konnte nicht verhindern, das mir nach diesen Worten die Tränen in die Augen schossen. Denn es waren seine Worte gewesen, Raziels Worte und in meinen Gedanken formten sich die Bilder jenes Abends an dem er sie zu uns gesprochen hatte. Ein Abend, an dem Doran, ich und noch ein paar andere unserer Kameraden an einem gemütlichem Lagerfeuer saßen, unweit eines von uns ausgehobenen Vampirnestes und darüber diskutierten, ob an den Gerüchten, die man sich über einen Kameraden aus Rahabs Truppe erzählte, etwas dran sei oder nicht. Der Schatten unseres Hauptmannes fiel zwischen uns und unterbrach unser hitziges Gespräch. Stumm setzte er sich zu uns, blickte jeden einzelnen von uns an und sprach dann jene Worte, die Doran so eben zitiert hatte und die sich damals unter unserer Truppe verbreiteten und uns damit noch fester zusammenschweißten.
Und in diesem Augenblick wurde mir klar, das Doran zu mir hielt, dass er mir vertraute und das so lange, bis meine Schuld tatsächlich bewiesen war. Und ich wusste in diesem Moment auch, das jene meiner Kameraden, die wie ich unserem Hauptmann einst treu gedient hatten, mich nicht fallen lassen würden.
„Komm,“ sagte Doran jetzt, „Wenn du noch heute von hier fort willst, sollten wir uns langsam auf den Weg machen.“
„Zum Stall?“, fragte ich. Er nickte und ich ging voran, weiterhin den Gefangenen mimend.
Es schien, trotz allen Widrigkeiten, doch noch mein Glückstag zu werden. Keiner kam uns auf unserem Weg zum Haupthof entgegen und in diesem selbst befanden sich nur einige Kameraden unserer Truppe, die als Wache der Festung eingeteilt waren. Ich erhaschte ihre Blicke und es erfüllte mich mit Freude, das in ihren Augen kein Haß, keine Abscheu mir gegenüberlag. Im Gegenteil, sie nickten mir freundlich zu, als wäre nichts geschehen. Am Eingang zum Stall standen Sarek und Lucert Wache. Doran wies mich an stehen zu bleiben und zu warten, während er auf die beiden zuging, um mit ihnen zu reden. Sarek nickte mir nach ihrer kurzen Unterhaltung zu und ging dann zum Haupttor. Nun winkte Doran mir zu und ich folgte ihm in den Stall, während Lucert am Eingang stehen blieb, um uns vor eventuellen Unannehmlichkeiten zu warnen.
Schweigend sattelte ich meinen Hengst, Doran half mir dabei damit es schneller ging und als wir fertig waren reichte er mir mein Schwert. „Du kannst ja nicht einfach ohne von hier weg,“ grinste er dabei.
„Ja, da hast du recht.“, erwiderte ich und löste dann, ohne lange darüber nachzudenken, meine Kette vom Hals an der ein Amulett mit einem eingravierten Drachen hing. „Ich habe meinen Vater, als er sie mir damals schenkte, nie danach gefragt, wo er sie er hat,“ sagte ich und drückte die Kette dann Doran in die linke Hand. Erstaunt blickte er mich an und schüttelte den Kopf. „Nein Tarun, das kannst du nicht machen. Sie ist ein Andenken an deinen Vater, du kannst nicht…“
„Dann hebe sie für mich auf“, lächelte ich ihn an, „bis ich wiederkomme.“ Er lächelte ebenfalls, dann schaute er ganz ernst. „Ich hoffe, dass du wiederkommst.“ „Das werde ich.“, versprach ich, dann umarmte ich ihn brüderlich, was er ebenso erwiderte. „Was wirst du sagen, wenn man dich nach mir fragt.“, wollte ich dann wissen, während ich in den Sattel stieg. Doran winkte ab: „Keine Sorge, so schnell wird keiner nach dir fragen. Und wenn, wird mir schon was einfallen.“ Er blickte zu Lucert und pfiff leise. Dieser blickte zu uns hinein und hob dann leicht seine rechte Hand nur Zeige- und Mittelfinger erhoben. Das Zeichen für „Freie Bahn, kein Feind in Sicht.“ „Dann mal los!“, rief Doran und versetzte meinem Hengst einen Klaps aufs Hinterteil. Das Tier setzte sich in Bewegung und ich blickte, Doran noch einmal zunickend, zurück. Dann führte ich mein Tier Richtung Tor, das bereits geöffnet war und nickte dort auch den anderen noch einmal zu. Sarek hob zum Abschied noch seine Hand, was ich gleichfalls erwiderte, dann gab ich dem Tier die Sporen und preschte durch das Tor davon.

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 Betreff des Beitrags: Der vergessene Serafan - update
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2005, 22:35 
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Als die Nacht über das Land hereinbrach erreichte ich mein Ziel, die alten Ruinen westlich der Säulen, und ich wusste, das es genau der richtige Ort war, um zu finden, nach was ich suchte. ‚Es sei denn Lord Möbius hat den Vampir belogen.’, dachte ich und stieg aus dem Sattel. Kurz blickte ich mich um und nahm die Gegend soweit in mir auf, wie es das Licht des Vollmonds zuließ. Dann schloss ich die Augen und lauschte nach möglichen Verfolgern hinter mir. Doch außer dem Schrei eines Käuzchens war nichts Weiteres zu hören. ‚Ruhe, ich brauche Ruhe’, dachte ich dann ‚Wenigstens für ein paar Minuten, und danach werde ich nach diesem Testament suchen, von dem Möbius gesprochen hatte.’ Ich öffnete meine Augen wieder, was mir ziemlich schwer fiel und ging dann auf den Fels zu, den ich entdeckt hatte. Dort ließ ich mich auf dem Boden nieder, lehnte mich gegen den kalten Stein und schloss erneut meine Augen. Kurz kam mir der Gedanke, dass die Möglichkeit bestand, das der Vampir aus dem Turm noch hier war und jetzt die Gelegenheit nutzen könnte, mich anzugreifen. Seltsamerweise veranlasste mich dieser Gedanke nicht im Geringsten dazu, meine Augen wieder zu öffnen und nach ihm Ausschau zu halten. Wie sollte ich auch, ich war eingeschlafen…

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 Betreff des Beitrags: Der vergessene Serafan - update
BeitragVerfasst: 15. Oktober 2005, 22:38 
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„Serafan, wach auf!“
Erschrocken riss ich die Augen auf, als diese tiefe fordernde Stimme in meine Träume drang und noch mehr erschreckte mich, als ich feststellte, dass ich auf dem Boden lag und der Morgen bereits dämmerte. „Verdammt!“, zischte ich und augenblicklich hellwach sprang ich auf. Mir war bewusst, das ich mir diese Stimme nicht eingebildet hatte und versuchte mit meinen Augen irgendetwas durch den Nebel hindurch zu erkennen, der noch dicht und wabbernd über dem Land lag. Rechts von mir hörte ich das Schnauben meines Pferdes und bei genauerem Hinsehen konnte ich sogar seine Umrisse ausmachen. Aber wo war der andere und wer war er? Ich griff nach meinem Schwert in meinem Gürtel und erstarrte. Es war fort!
“Suchst du das hier?“, erklang wieder Stimme, die mich geweckt hatte, während ihr Besitzer aus dem Nebel heraus direkt vor meinen Augen Gestalt annahm und mir mein Schwert vor die Füße warf.
„Vampir!“, schrie ich wütend auf, ging auf die Knie, ergriff mein Schwert und sprang auf ihn zu.
Er hielt im selben Augenblick das gewellte Schwert in seinen Klauen, von dem ich immer noch ausging, das er es aus der Festung gestohlen hatte, und Funken versprühend prallten unsere Klingen gegeneinander und kreuzten sich.
„Bitte, mein Name ist Kain.“, entgegnete er ruhig, während ich wütend nach Luft schnappte.
„Dein Name interessiert mich nicht, Blutsauger!“, zischte ich, „Und sobald die Klinge meines Schwertes dein schwarzes Herz durchbohrt hat, wird er niemals wieder ausgesprochen.“
„Du Narr,“ lachte er jetzt auf, „Glaubst du wirklich, ich hätte deinen Schlaf bewacht, nur um darauf zu warten, das du mir das mit einem Schwertstreich dankst?“ Ich achtete nicht direkt auf seine Worte und erwiderte nur: „Ja, ich töte dich!“
“Aber ich will dich nicht töten, Serafan.“, entgegnete er und stieß mich von sich. Der Stoß kam so heftig, das ich nach hinten stolperte und zu Boden stürzte. Kurz darauf hatte ich die Spitze seines Schwertes an meiner Kehle. ‚Soviel dazu, das er mich nicht töten will’, dachte ich und zischte dann: „Na los! Nur zu! Nutzte deine Chance!“ „Nein,“ er schüttelte den Kopf, „ich sagte es dir bereits. Ich will dich nicht töten.“ Er nahm seine Waffe zurück und bot mir so die Möglichkeit wieder aufzustehen. Das tat ich natürlich und wenn er gedacht hatte, seine Worte würden mich jetzt davon abhalten ihn weiter zu bekämpfen, so täuschte er sich. „Aber mein Schwert lechzt nach deinem Blut!“, schrie ich, sprang zu einem erneuten Schlag ausholend auf ihn zu und verfehlte ihn, denn plötzlich war er verschwunden. „Verdammt!“, keuchte ich, drehte mich blitzartig einmal um mich selbst und hieb, in der Hoffnung ihn zu treffen, mit dem Schwert in die dichten Nebelschwaden hinein. Ich musste ihn erwischen, bevor er es tat und versuchte ihn durch Spott dazu zu bringen, sich wieder zu zeigen. „Sieh einer an, du bist genauso feige wie all die anderen deiner Art, die ich bisher zur Strecke gebracht habe.“, höhnte ich, „Dabei nahm ich an, du seiest mutiger als sie.“ Er reagierte nicht auf meine Worte, aber eine andere Stimme, die ich sehr gut kannte, rief leise nach mir. „Tarun? Tarun bist du hier?“ „Doran!“, rief ich leise überrascht zurück und versuchte den Freund auszumachen, doch dieser verdammte Nebel ließ mich nichts sehen, „Wo bist du? Wieso bist du hier?“ „Tarun!“, kam es zurück, „Verschwinde von hier! Du bist in Gefahr! Möbius weiß Bescheid und hat uns direkt hierher geschickt. Ich habe mich von der Gruppe getrennt, in der Hoffnung dich vor ihnen zu finden. Du musst weg, bevor sie…“ Seine Stimme brach ab, dafür zischte eine andere etwas, worauf ein schmerzhaftes Stöhnen folgte und der dumpfe Aufprall eines Körpers auf den Boden. Diesem folgte das Geräusch brechender Knochen und ein weiter Aufprall, was ich jedoch nur nebenbei erfasste, denn eine schlimme Ahnung beunruhigte mich zutiefst und ließ mich besorgt nach dem Freund rufen. „Doran, was ist passiert?“, rief ich in den Nebel hinein und war gerade im Begriff ein weiteres Mal einen Ruf auszuschicken und mich in die Richtung zu bewegen, aus der ich Doran zuvor gehört hatte, als sich mir von hinten eine Klaue auf den Mund legte und mein Vorhaben vereitelte. Im Reflex griff ich mit der linken Hand nach ihr, um sie zu lösen, während ich meine rechte nicht bewegen konnte, da sie mit eisernem Griff davon abgehalten wurde. „Wir müssen hier weg.“, zischte mir der Vampir ins Ohr, während ich immer noch verzweifelt versuchte, mich aus seiner Umklammerung zu befreien. Er hatte kaum zu Ende gesprochen, als plötzlich alles vor meinen Augen zu verschwimmen begann und mein Körper sich anfühlte, als wäre er dabei sich aufzulösen. Jäh wurde mir klar, dass es nicht nur ein Gefühl war, sondern Realität und als sich in dieser Klarheit die Klaue des Vampirs von meinem Mund löste, schrie ich entsetzt auf. Doch mein Schrei ging in einem fürchterlichen Pfeifen und Rauschen unter, das in meinen Ohren lag und mir letztendlich die Sinne raubte.

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BeitragVerfasst: 26. November 2005, 22:16 
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mal weiter hier, wenn ich auch nicht ganz zufrieden bin, Schreibblockaden sind grauslich, ich änder das bestimmt noch mal...

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Als ich meine Augen wieder öffnete, blickte ich hoch über mir gegen die Kuppel eines Saales auf dessen kalten steinigen Boden ich lag. Der Saal selbst war von rötlichem Feuerschein erfüllt und links von mir sah ich ein Flammenmeer aus Kerzen, das einen schweren Eichentisch umrundete auf dem ein Körper lag, bei dessen Anblick ich Zweifel hegte, das ich mich hier, wohin der Vampir mich gebracht hatte, in Sicherheit befand.
„Janos Audron, der Vater der Vampire. Der Schöpfer Voradors.“, ertönte die Stimme des Weißhaarigen hinter mir und ich stand auf und wandte mich ihm zu.
„Warum hast du mich hierher gebracht? Ausgerechnet zu ihm?“
„Deine Kameraden werden hier als letztes suchen. Es sei denn, Möbius hat sie bereits auf deine Spur gebracht, dann könnte es eng werden.“, erwiderte er.
„Eng für was?“
„Um deinen Weg fortzusetzen, den dein Schicksal für dich auserwählt hat.“
„Mein Schicksal? Mein Weg? Was soll das ganze Gerede?“, fragte ich ärgerlich.
„Hier, das gehört dir.“, sagte er nur und warf mir einen Gegenstand zu, den ich sehr gut kannte. Es war meine Kette, jene die ich Doran anvertraut hatte, bevor ich aus der Festung floh. Ich fing sie auf, blickte auf das Medaillon daran und fuhr den Vampir dann wütend an: „Du hast meinen Freund getötet!“
„Nein das habe ich nicht,“, er schüttelte den Kopf, „aber ich tötete jenen deiner Kameraden, dessen Schwert sich ihm feige von hinten in den Rücken bohrte.“
„Das ist eine Lüge! Eine verdammte Lüge!“, herrschte ich ihn an, „Serafan töten keine Serafan!“
Er lachte laut auf und fragte dann: „Du glaubst doch etwa nicht wirklich, was du da sagst?“ Ich erwiderte nichts darauf, sondern suchte den Boden nach meinem Schwert ab, das ich vor meiner unfreiwilligen Entführung noch in der Hand gehalten hatte. Mit diesem wollte ich ihm zeigen, was ich glaubte. Doch ich fand es nicht und der Blutsauger, der merkte wonach ich suchte meinte: „Du hast dein Schwert zurückgelassen.“
„Was für ein Glück für dich.“, gab ich knurrend zurück, worauf er wieder lachte und näher an mich herantrat. Wenn es mir in diesem Augenblick möglich gewesen wäre, hätte ich ihn mit bloßen Händen erwürgt, doch ich wusste, meine Chancen gegen ihn waren gleich Null.
„Wenn du es wünscht, bringe ich dich gern zurück,“ sagte er jetzt, „und wenn du Glück hast, kannst du noch einen Blick auf die blutverschmierte Klinge des Mörders werfen, bevor dich deine Kameraden aufgreifen und dir ebenfalls ihre Klingen in den Rücken rammen.“
„Das würden sie niemals tun!“, zürnte ich, „Du bist ein elendiger Lügner! Glaubst du etwa, mich mit deinen Lügengeschichten auf deine Seite ziehen zu können? Auf die Seite deiner Rasse? Vergiss es, das wird dir nicht gelingen!“
„Ich habe weder vor, dich auf meine Seite zu ziehen, noch lüge ich.“, erwiderte er und leichter Ärger schwang in seiner Stimme mit. „Aber vielleicht hilft dir folgendes, mir letztendlich doch zu glauben“, fuhr er dann wieder in normalen Ton fort, „Hör genau hin, was ich dir jetzt sage.“ Er machte eine Pause und ich wartete gespannt auf eine weitere Lüge von ihm.
„Stirb Verräter! Erst du, dann er!“, sagte er dann und jäh hatte ich das Gefühl als zöge mir jemand den Boden unter den Füßen weg. Das, was der Vampir da gerade gesagt hatte, hatte ich schon einmal gehört. Doch war es vormals nur ein Zischen im dichten Nebel gewesen, das ich verdrängt hatte und woran ich mich jetzt wieder erinnerte. Und auch daran, wer diese Worte gesprochen hatte. Sarek! Kurz danach hatte ich Dorans Aufschrei und den Fall seines Körpers vernommen.
Der Vampir hatte somit die Wahrheit gesagt. Eine Wahrheit an die ich einfach nicht glauben wollte und es jetzt doch tun musste, so bitter sie auch war.

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 Betreff des Beitrags: Der vergessene Serafan - update
BeitragVerfasst: 26. November 2005, 22:17 
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„Ich...“, begann ich, konnte aber nicht weiter sprechen. Es fiel mir unsagbar schwer, ihm gegenüber, meinem eigentlichen Feind, zuzugeben, dass ich ihn ohne Grund einen Lügner genannt und ihm dankbar war, das er mich von den Ruinen fortgeschafft hatte. So drehte ich ihm den Rücken zu und starrte auf das Medaillon in meiner Hand. Der Drache darauf schien aus rot glühenden Augen zurückzustarren und ich holte aus und warf die Kette weit von mir in den Saal hinein. Doch sie kam nicht auf dem Boden auf. Eine sich in diesem Moment materialisierende dämonisch ausschauende und mit grüner Haut behaftete Gestalt fing sie mit ihren Klauen auf, blickte sie einen Augenblick an und dann auf mich. Vorador! Ich erstarrte als ich diesen Vampir so nah vor mir sah und wand mich dann wieder um, hoffend, das Kain mir beistand, sollte der andere mich angreifen. Doch Kain war verschwunden. ‚Verdammt!’, dachte ich und wand mich wieder Vorador zu.
„Was willst du hier Serafan!“, herrschte dieser mich an. „Reicht euch sein Herz etwa nicht? Was willst du ihm jetzt noch nehmen?“
„Ich bin kein Serafan.“, entgegnete ich und als sich sein Blick noch mehr verdüsterte, als er eh schon war, fügte ich noch schnell hinzu, „Nicht mehr!“
„Und weil du keiner mehr bist trägst du ihre Rüstung, ja?“, knurrte der Grünhäutige.
Ich setzte zu der Erklärung an, das ich aufgrund meiner Flucht aus der Serafanfestung keine Möglichkeit hatte mich umzukleiden, als er die Kette hochhielt und barsch fragte: „Und diese Kette hier, woher hast du sie?“
„Von meinem Vater.“
„Und woher hatte dein Vater sie?“
Ich schüttelte traurig den Kopf: „Das weiß ich nicht und leider werde ich es auch nie erfahren, denn er ist tot.“ Für einen kurzen Moment herrschte Schweigen zwischen uns, in dem ich überlegte, was so wichtig an diesem Schmuckstück für den Vampir war, aber ich wagte nicht, ihn danach zu fragen. Für ihn selbst schien das Thema jetzt auch beendet zu sein, denn er warf mir die Kette wieder zu, die ich gleich darauf umlegte, und stellte keine weitere Frage über ihre Herkunft. Dafür legte sich jedoch ein bedrohliches Grinsen über sein Gesicht als er meinte: „Ich kann dafür sorgen, das du schnell bei ihm bist.“ Schaudernd blickte ich ihn einen Augenblick an, dann wand ich meinen Blick zum toten Janos und nickte: „ Es ist dein gutes Recht mich zu töten. Ich habe es nicht anders verdient. Aber,“ ich schaute ihn wieder an, „wenn ich dich bitten darf, tue es schnell, laß mich nicht leiden.“
„Dich nicht leiden lassen?“, lachte er bitter, „So wie ihr Janos nicht habt leiden lassen, als ihr ihm das Herz herausgerissen hab? Ihm, dem größten von uns allen, dem Vater unserer Rasse, meinem Vater? Nennen mir einen einzigen Grund, warum ich dir deine Bitte erfüllen sollte. Einen einzigen.“
„Ich kenne keinen.“, flüsterte ich, worauf Vorador plötzlich verschwand, um im nächsten Augenblick hinter mir zu stehen und seinen Arm um meine Brust zu legen und mich an sich drückte.
“Dann leide,“, knurrte er, dann gruben sich seine Zähne in meinem Hals. Ich schrie nicht, obwohl sein Biss schmerzhaft durch meinen Körper zog und ich wehrte mich auch nicht, da ich wusste, dass dies eh sinnlos war. Ich konnte hören, wie der Vampir mein Blut trank und spüren, wie er Schluck um Schluck davon aus meinem Körper sog. Schwäche überfiel mich und meine Beine gaben nach, doch da der Blutsauger mich hielt, konnte ich nicht fallen. Und immer noch war da dieser Schmerz, der immer heftiger wurde und mich schier zu zerreißen drohte. Ich betete inständig um eine gnädige Ohnmacht, um diesem Schmerz entkommen zu können, doch sie ereilte mich nicht. Dafür ließ der Vampir jäh von mir ab und mich los. Ich sank kraftlos in mich zusammen und als ich auf dem Boden lag, ging Vorador um mich herum so das er jetzt vor mir stand und ich, wenn es mir auch schwer fiel, zu ihm aufblicken konnte. In seinen Mundwinkeln klebte Blut, mein Blut, und grinsend raunte er: „Glaube nicht, das das schon alles war. Dein Leiden wird jetzt erst beginnen. Du schwebst in der Grenze zwischen Leben und Tod. Wobei es der Tod ist, der dich ereilen wird und du wirst dir wünschen, er möge nicht zu lange auf sich warten lassen.“ Nach diesen Worten lachte er noch einmal hämisch auf, dann löste er sich vor meinen Augen auf und war verschwunden.
Als er fort war kam der Schmerz zurück. Heftiger und quälender als zuvor. Er zog peinigend durch meinen Körper, den ich zitternd zusammenkrümmte und er nahm mir die Luft zum atmen. Mit der rechten Hand griff ich an meine Kehle und berührte dabei die noch blutenden Wunden, die mir der Vampir geschlagen hatte. Diese Berührung versetzte mir einen weiteren schmerzhaften Stich und dieses Mal schrie ich vom Schmerz gepeinigt auf.

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BeitragVerfasst: 26. November 2005, 22:18 
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„Tarun!“, ertönte mein Name in diesen Schrei hinein und ich verfluchte Kain dafür, dass er jetzt erst zurückgekehrt war. Jetzt, wo es zu spät war. Zu spät für mich.
„Tarun, hab keine Angst hörst du.“, erklang Kains Stimme erneut, der sich jetzt zu mir kniete und meine Hand ergriff, „Es ist bald vorbei.“
“Wo…warst… du?“, stieß ich keuchend hervor und fasste fest seine Klaue. Im Augenblick meines Sterbens wollte ich ihn nicht wieder gehen lassen. „Hilf… mir…bitte.“
“Ich kann dir nicht helfen.“, flüsterte er, „Allein dein Schicksal wird dir jetzt helfen, denn genau das ist der Weg, den es für dich ausgewählt hat.“
“Schon wieder mein Schicksal?“, fragte ich, mich daran erinnernd, das er es schon einmal angesprochen hatte und versuchte über seine Worte zu grinsen, denn wenn mein Schicksal der Tod sein sollte, dann traf das wohl zu.
„Ich kann dir nicht mehr sagen,“, sprach Kain weiter, „denn das könnte dich von deinem Weg abbringen, und das darf nicht geschehen. Es ist mit dem meinem, dem Voradors und Nosgoths verknüpft, das dem Verfall preisgegeben ist.“
„Das Land verfällt?“, fragte ich, während eine weiter Welle des Schmerzes durch meinen Körper zog und mir beinahe die Sinne raubte.
„Ja, und mit ihm die Säulen.“, entgegnete er und diesmal schaffte ich es, ein schwaches Lachen von mir zu geben.
“Kain, ich bin mir sicher, das du mich dieses Mal belügst.“
„Nein Tarun, es ist die Wahrheit. Aber im Moment fehlt uns beiden die Zeit für ein Streitgespräch, das du am Leben bleibst ist jetzt wichtiger.“
„Dann hilfst du mir doch?“
Er schüttelte den Kopf. „Ich kann es nicht, das sagte ich dir schon. Aber,“ er blickte nach rechts in Richtung des toten Vampirs, „er wird es tun.“
Verwirrt und ein schmerzhaftes Aufstöhnen unterdrückend blickte ich ihn an. Janos? Wie sollte mir der tote Vampir helfen können? Was redete Kain da nur?
Ich setzte an, um ihn danach zu fragen, als er seine Klaue aus meiner Hand zog, mich auf seine Arme hob und zum Tisch trug. Dort setze er mich wieder ab, hielt mich dabei in seinem rechten Arm aufrecht und ergriff den von Janos. Er hob ihn an, drehte ihn, so dass die Handfläche nach oben deutete, beugte sich dann mit seinem Kopf hinunter und grub seine Zähne in das Handgelenk des Toten. Überrascht beobachtete ich sein Tun, als er dann wieder den Kopf hob und mich anblickte.
„Trink.“, sagte er dann, „Trink sein Blut.“
„Was? Nein.“, entsetzt schüttelte ich den Kopf.
„Du musst,“, drängte Kain, „Es wird dich heilen.“
Skeptisch und eine weitere Schmerzwelle über mich ergehen lassend blickte ich ihn an. Hatte er heilen gesagt? Also nicht wandeln, was, wie man es uns gelehrt hatte, nach dem Trinken von vampirischem Blut geschehen würde? Belog er mich jetzt? Aber wenn, warum ausgerechnet jetzt? Nein, daran wollte ich nicht glauben. Jetzt, nach all dem, was bisher geschehen war, nicht mehr.
„Nur heilen, ja?“, fragte ich trotzdem noch einmal nach und er nickte, dann half er mir, den Arm zu fassen und die frisch geschlagene Wunde an meinen Mund zu führen. Ich sog den Geruch des Blutes in mir auf und wurde plötzlich von einem mir unerklärbaren Drang geleitet, dieses Blut in mir aufzunehmen. Und bevor ein erneuter Schmerz durch meinen Körper zog, presste ich meinem Mund an das Handgelenk und trank. Das Blut umspülte meine Zunge, rann mir die Kehle hinab und vertrieb diesen elendigen Schmerz. Und je mehr ich trank, desto kräftiger und stärker fühlte ich mich. Ich gab mich vollends meinem Blutrausch hin und merkte dabei nicht, das Kain mich schon längst losgelassen hatte und ich auf dem Boden kniete. Ich merkte auch nicht, wie er wieder verschwand und mich erneut alleine ließ.

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BeitragVerfasst: 28. November 2005, 14:08 
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„Wie zum Teufel…?“, donnerte die Stimme Voradors durch den Saal und gleich darauf fühlte ich mich von ihm an der Schulter gepackt und von der mich stärkenden Quelle fortgerissen. Ich fiel nach hinten auf den Rücken, starrte dem Vampir ins Gesicht, der mich zornig anblickte und fing an zu lachen. Doch das Lachen blieb mir im Halse stecken, als er ruckartig seinen linken Arm hob seine dreifingrige Klaue zu einer Kralle gebogen und damit auf meine Brust zielte. „Kain!“, schrie erschrocken auf, in der Hoffnung er wäre noch in meiner Nähe, um mir beizustehen, kniff die Augen zusammen und kreuzte schutzsuchend meine Arme vors Gesicht. Eine eisige Stille lag im Raum in der mir kein Kain zu Hilfe kam und schon fühlte ich, wie sich Voradors Klaue durch meinen Brustpanzer grub, mein Fleisch durchbrach und mir das Herz herausriss. Doch es war nur ein Gefühl in der unermesslichen Furcht, die mich ereilt hatte, denn nichts dergleichen geschah, stattdessen wurde ich an den Armen gepackt, diese auseinandergezogen und mit energischer Stimme forderte Vorador mich auf: „Mach die Augen auf Serafan!“ Ich blinzelte kurz, dann öffnete ich sie wieder und blickte in seine goldgelben, die die meinen, da er sehr nahe neben mir kniete, regelrecht zu durchbohren schienen.
„So, Kain heißt er also. Er half dir, ja? Ist er ein Vampir?", fragte er dann und ich beantwortete seine Frage durch ein langsames Nicken.
„Hm, einer der diesen Namen trägt, ist mir nicht bekannt.“, sagte er daraufhin nachdenklich, dann jedoch grinste er und fuhr fort, „Aber ich würde ihn irgendwann gerne einmal kennen lernen, vor allen Dingen, um von ihm zu erfahren, warum er deinen Tod verhindert und dafür gesorgt hat, das du dich wandelst.“
„Wandeln?“, stieß ich jetzt entsetzt aus, „Aber nein, er sagte doch, das Blut würde mich heilen!“
Vorador lachte, ließ mich los und richtete sich wieder auf.
„Heilen hat er gesagt? Und du hast es ihm tatsächlich geglaubt?“, wieder lachte er.
„Leider Gottes, ja, das habe ich.“, erwiderte ich und versuchte dabei das Zittern zu unterdrücken, das meinen Körper plötzlich befiel. Tief in meinem Inneren fühlte ich, das die Wandlung begann und ich flehte Vorador an, mich zu töten, denn als Vampir wollte ich auf keinen Fall mein weiteres Dasein fristen.
„Nein, ich werde dich nicht töten“, wehrte er meinem Flehen ab, „denn es ist gegen meine Natur, einem werdenden Jungblut das Leben zu nehmen. Erst recht keinem, wie dir, der zu dem wird, was er einst so leidenschaftlich gejagt hat. Schade nur,“, er hielt kurz inne und blickte zu Janos hinüber, „das er, der selbst noch in seinem Todesschlaf dazu fähig ist, Kinder zu erschaffen, dich wohlmöglich nie kennen lernen wird.“
„Ich will aber dieses Leben nicht!“, schrie ich voller Verzweiflung auf und krümmte mich zusammen, als ein Schmerz, einem Feuer gleich durch meine Glieder zog. Gleichzeitig rannen mir Tränen übers Gesicht und gedanklich verfluchte ich Kain für seine Hinterhältigkeit.
„Nein, verfluche ihn nicht dafür.“, sagte Vorador jetzt und mir wurde bewusst, das er fähig war meine Gedanken zu lesen, wenn er es wollte, dann kniete er sich erneut neben mich, „Sei ihm eher dankbar dafür, das du weiterleben darfst, wenn auch anders als du erhofft hast.“
„Dankbar?“, stöhnte ich auf und schnappte nach Luft, die immer knapper wurde. Er nickte und legte mir sachte seine Klaue auf die Stirn, was mir das Atmen auf seltsame Weise wieder leichter machte und den unerträglichen Schmerz in meinem Inneren vergehen ließ. Lächelnd blickte er mich an und ich erkannte darin, das sein Groll, den er anfangs gegen mich gehegt hatte, längst vergessen war, dann sagte er: „Ich kann immer wieder das Wort Schicksal in deinen Gedanken lesen und sehen, das es uns alle betrifft. Dich, mich und auch diesen Kain. Wobei er der einzige zu sein scheint, der mehr darüber weiß, als du mir sagen kannst.“
„Ja, nur er.“, seufzte ich und schloss meine Augen, um der Schläfrigkeit nachzugeben, die mich jetzt befiel.
„So ist es gut.“ hörte ich Vorador sagen, dessen Stimme wie aus weiter Ferne zu mir zu drang, dann fühlte ich mich von ihm hochgehoben, während er sanft weitersprach, „Vertrau mir. Lass es zu, lass dich fallen und wenn du wieder erwachst, werde ich bei dir sein...“
Und ich fiel...

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BeitragVerfasst: 1. April 2006, 14:18 
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auf die Schnelle, ein kurzer Abschnitt + Bild [23]

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„Für die einen ist es ein Segen, für die anderen ein Fluch.“
Geflüsterte Worte nur, die mich in meinem traumlosen Schlaf erreichten und aus ihm erweckten. Langsam öffnete ich meine Augen, richtete mich auf und sah vor mir am Ende meine Lagerstatt einen jungen Mann stehen, der kaum älter als ich sein konnte und mich mit einem sanften Lächeln bedachte.
„Ich bin A-kin.“, sagte er jetzt während ich ihn weiter anschaute und seine Vollkommenheit, die er ausstrahlte und die mich buchstäblich verzauberte, in mir aufnahm. Betrachtete sein jugendliches Gesicht, das von langem seidigem schwarzem Haar umrahmt wurde und aus dem ein silbern schimmerndes Augenpaar meinen forschenden Blick erwiderte. Seine Augen, so unnatürlich so – vampirisch. A-kin war das, zu dem auch ich jetzt geworden war.
„Bist du ein Kind Voradors?“, fragte ich jetzt, worauf er den Kopf schüttelte und ich fragte weiter, „Janos?“
„Nein.“, wieder schüttelte A-kin den Kopf, dann schloß er seine Augen, schien über etwas nachzudenken, und begann sich plötzlich zu verwandeln. Seine eben noch im Fackellicht des Raumes blasse weiß schimmernde Haut nahm eine leicht bläuliche Farbe an und seine Hände wurden zu den für ältere nosgothische Vampire typischen Klauen. Seine Füße, von denen er in unglaublicher Schnelligkeit die schweren Stiefel streifte, die er trug, nahmen ebenfalls die Klauenform an. Doch das sollte nicht alles sein, womit er mir zeigen wollte, was seine wahre Abstammung war. Das für mich Erstaunlichste kam ganz zum Schluß und mir entkam dabei ein überraschter Ausruf, als er mir dieses offenbarte. Aus seinem Rücken heraus entfalteten sich zwei kräftige Schwingen, die vogelgleich und mit schwarzen glänzenden Federn bestückt waren. Jetzt war seine Verwandlung abgeschlossen und wieder lächelnd blickte er mich an. Ich dachte kurz nach und sagte dann: „Du ähnelst Janos, doch wie du mir vorhin zu verstehen gabst bist du nicht sein Kind. Aber, wer bist du dann?“
Wieder bedachte mich A-kin mit seinem einnehmenden Lächeln und erwiderte: „Ich, Tarun, bin einer der alten vampirischen Götter Nosgoths und…“, er hielt inne und für einen Augenblick trübte sich sein eben noch lächelnder Blick. Dann, als galt es ein Geheimnis zwischen uns beiden zu bewahren, schaute er sich kurz um, trat näher an mich heran und flüsterte mir zu, „…ich bin der letzte.“

A-kin

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BeitragVerfasst: 1. April 2006, 15:51 
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hmm sehr interessante geschichte, vorallem dieser doran kommt mir irgendwie bekannt vor, sehr sympathischer typ muss ich sagen

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BeitragVerfasst: 4. April 2006, 18:47 
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Gibt es von A-kin eigentlich auch eine eigene Geschichte?

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BeitragVerfasst: 5. April 2006, 20:13 
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Danke [23]

Zitat:
Turel schrieb am 04.04.2006 18:47
Gibt es von A-kin eigentlich auch eine eigene Geschichte?


Jo^^

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BeitragVerfasst: 6. April 2006, 17:23 
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Gibts davon auch mal ne Kostprobe?

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BeitragVerfasst: 20. Juni 2006, 22:02 
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“Der Letzte?“, fragte ich überrascht nach.
„Ja. Genaugenommen, der letzte, der noch ein Herz besitzt.“, entgegnete er mir. „Du hast es dir ja nicht nehmen lassen, Janos seines herauszureißen.“
“Hey, ich habe es ihm nicht herausgerissen!“, gab ich empört zurück. „Die Hauptmänner, sie...“
„Egal, du warst dabei.“, unterbrach er mich, schaute sich im Raum um und wandte seinen Blick wieder mir zu. „Und wenn ich Vorador nicht so sehr schätzen würde, hätte ich dich längst in Stücke gerissen, anstatt, auf seine Bitte hin, deinen Jahrhunderte langen Schlaf zu bewachen.“
„Jahrhunderte?“, fragte ich erstaunt, im Glauben, mich eben verhört zu haben. A-kin nickte, dann erklärte er mir: „Es sind gut 500 Jahre vergangen, seit Vorador dich hieherr in sein Versteck gebracht hat und, wenn ich ehrlich bin, ich hatte nie wirklich daran geglaubt, dass du jemals wieder erwachen würdest. Du hast das Blut eines toten Vampirs getrunken, oder vielmehr eines, der sich in einem todesähnlichem Schlaf befindet, so wie es der deine war, und die vielfältigen Auswirkungen, die so etwas hervorrufen kann, waren uns in deiner Hinsicht nicht ersichtlich.“
“500 Jahre.“, flüsterte ich nur und wurde mir bewusst, dass es niemanden mehr gab, den ich einst gekannt hatte. All meine Kameraden, jene, die nie daran gezweifelt hatten, dass ich am Tod Hauptmann Raziels unschuldig war, sie waren längst gestorben. Genauso Lord Möbius, dessen Verrat wahrscheinlich nie aufgedeckt wurde, und der zusammen mit ihm begraben wurde.

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BeitragVerfasst: 20. Juni 2006, 22:03 
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„Spürst du es?“, fragte A-kin jäh und riss mich damit aus meinen Gedanken an die Vergangenheit.
“Was?“
„Diese Erschütterung?“, er blickte mich nachdenklich an und ich schüttelte den Kopf. Ich spürte nichts. „Etwas Unvorhergesehenes ist gerade Geschehen, ich spüre es genau.“, meinte er und schloß seine Augen. Kurz schwieg er, dann überflog ein Lächeln sein Gesicht und leise fuhr er fort: „Jetzt kenne ich den Grund deines Erwachens. Seltsam, dass dich diese Erkenntnis nicht berührt, wo du doch sein Blut in dir hast.“ Er blickte mich wieder an und erneut schüttelte ich den Kopf, denn ich verstand einfach nicht, was er von mir wollte. „Er ist ebenfalls erwacht, Tarun. Janos, er ist zurückgekehrt.“
Erstaunt blickte ich A-kin an und wollte dieses auch mit Worten zum Ausdruck bringen, als er plötzlich begann, sich langsam vor meinen Augen aufzulösen.
“Wo willst du hin?“.
„Zu ihm.“
„Zu ihm? Und was ist mit mir?“
„Ich habe meinen Auftrag erfüllt, du bist jetzt auf dich allein gestellt.“
„Allein? Was soll das heißen?“, fragte ich aufgebracht und erinnerte mich plötzlich an Voradors Versprechen, bei mir zu sein, wenn ich wieder erwachen würde. „Wo ist Vorador? Wann wird er zu mir kommen?“
„Er wird nicht kommen.“, klang es mir aus seiner immer mehr verschwindenden Gestalt entgegen. „Er ist tot.“ Damit löste sich A-kins Gestalt gänzlich auf und er war verschwunden.
Tot! Dieses eine Wort hallte schier unaufhörlich in meinem Kopf wider, und war das Einzige, das in diesem Augenblick vermochte, die Leere, die ich um mich herum und in meinem Innern fühlte, auszufüllen. Vorador war tot...
Ich weiß nicht wie, aber irgendwann gelang es mir wieder einen klaren Gedanken zu fassen und von meiner Lagerstatt aufzustehen. Barfuss, nur mit meiner Hose bekleidet, stand ich schließlich da und beschloss nach kurzer Überlegung den Raum, in dem mich momentan befand, schnellstens zu verlassen und mich auf die Suche nach Kain zu machen. Er war mir noch einige Antworten schuldig und im Moment der einzige an den ich mich noch wenden konnte.
‚Hoffentlich ist er noch am Leben.’, dachte ich und blickte mich in dem Raum um. Meine Entschlossenheit wandelte sich dabei allmählich in Verzweiflung um, als ich feststelle, dass es in diesem Raum keine einzige Tür gab, durch die ich nach draußen gelangen konnte. Einzig ein Wandgemälde gegenüber meiner Lagerstatt, dass einen Drachen mit erhobener rechter Klaue zeigte, der mich ob meiner Hilflosigkeit auszulachen schien, ließ meine Verzweiflung jäh schwinden, als mir bewusst wurde, dass ich dieses Bild sehr gut kannte. Ich griff nach dem Anhänger meiner Kette und starrte darauf, als sehe ich ihn zum ersten Mal. Aber es gab keinen Zweifel. War der Drache an der Wand auch um einiges größer, so war es dennoch derselbe wie der auf meinem Anhänger. Und auch die Zeichen auf diesem, die unter dem Drachen eingraviert waren und deren Schrift mir nicht geläufig, war fanden sich in derselben Form unter dem Wandgemälde wieder. Langsam ging ich jetzt darauf zu, berührte sacht das Gemälde und fuhr mit meinen Fingern vorsichtig jede Linie entlang, die ich erreichen konnte. Als hätte der Drache an der Wand allein auf diese Berührung gewartet, ging plötzlich ein schwaches Leuchten von ihm aus und hüllte mich ein. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück und starrte vor mir auf die Wand, die sich jetzt, begleitet von einem leisen Knirschen, zur Seite bewegte und so einen dahinter liegenden Raum offenbarte. Dunkelheit und Stille, sowie der Geruch von Menschen schlug mir entgegen. Diese waren erst vor kurzem hier gewesen. Ich roch es und ich spürte es. Doch jetzt war niemand mehr hier - ich war allein.

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BeitragVerfasst: 21. Juni 2006, 14:57 
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Mit meiner restlichen Kleidung und meinen Stiefeln in der Hand betrat ich den vor mir liegenden Raum, zog mich dort rasch an und schaute mich anschließend um. Mondlicht fiel durch die hohen Fenster und spendete ein wenig Helligkeit. Aber nötig war es nicht, denn meine vampirischen Augen nahmen sehr gut war, was sich alles in diesem Raum, oder vielmehr Saal, befand, und was ich hier sah erfüllte mich mit großem Erstaunen. Unzählige Reichtümer offenbarten sich mir. Goldene Kerzenhalter, Möbelstücke aus edlem Holz, Sessel mit seidenen Polstern bezogen, schwere rote golddurchwirkte Vorhänge an den Fenstern und auf dem Tisch, an den ich mich von all dem überwältigt lehnte, stand feinstes Porzellan. Verwunderlich, dass hier alles so unberührt stand und nichts beschädigt war. Aber vermutlich waren die Menschen, die vor kurzem hier waren, nicht an diesen Dingen interessiert gewesen, oder sie hatten keine Gelegenheit mehr gehabt, ihrer habhaft zu werden. Mit diesen Gedanken richtete ich meinen Blick jetzt auf ein Gemälde, das vor mir über dem Kamin in einem kunstvoll verziertem Rahmen hing und war von diesem auf der Stelle fasziniert . Es zeigte eine wunderschöne junge Frau, deren sanftes Lächeln mich an das meiner Mutter erinnerte. Auch die strahlenden blauen Augen dieser Frau waren den ihren sehr ähnlich. Wehmütig senkte ich meinen Blick, als ich an meine Mutter zurückdachte. An all ihre Liebe und Wärme mit der sie mich stets wohl behütet hatte.
“Mutter.“, seufzte ich schwermütig und blickte noch einmal auf das Bild. Dann fiel mir etwas auf und ich trat näher an den Kamin heran. Im Gegensatz zum Gesicht der Frau war deren Dekoltee dunkler gehalten und verbarg auf diese Weise etwas, was einem Menschen wohl erst nach stundenlangem Studieren des Bildes aufgefallen wäre. Unter ihrem langen dunklen Haar, dass ihr über die Schultern fiel, zeichneten sich die Glieder einer schmalen Kette ab und an deren Ende befand sich ein Anhänger mit einem mir sehr bekannten Drachen darauf. Ich umfasste den meinen und fragte mich, ob es wohlmöglich ihre Kette war, die ich da trug. Aber wenn, warum hatte Vorador sie dann damals nicht einfach behalten, bevor er seine Zähne in meinen Hals bohrte? Zu gerne hätte ich ihn jetzt danach gefragt, aber er war tot und somit würde ich es nie erfahren. Seufzend wandte ich mich von dem Bild ab und ging jetzt auf die Tür des Saales zu, die mich nach draußen führte.

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