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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 1. Mai 2005, 21:32 
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Ich war zurückgekehrt. Zurück in den Chronpalast und in jene Zeit, in der ich Raziel dazu gebracht hatte, mir zu folgen, um sich seinem wahren verhängnisvollem Schicksal zu stellen. Um es herauszufordern, in andere Bahnen zu lenken und damit zu verändern.
Veränderung... Ich blickte mich um. Wenn sich etwas verändert hatte, dann nicht im Palast. Er sah noch genauso aus, wie zu dem Zeitpunkt, als ich ihn damals durch das Portal verlassen hatte. Das einzige, was mir auffiel, war diese seltsame Stille und ich fragte mich, ob es hier schon immer so ruhig gewesen war, oder mich meine Erinnerungen daran nur täuschten? Ich schüttelte den Kopf. Es gab wirklich Wichtigeres zu erledigen, als meine Zeit dazu zu verschwenden, dieser Frage nachzugehen. Daher schritt ich voller Tatendrang die Treppe hinab und auf die Tür zu, durch die ich den Palast verlassen wollte. Jedoch auf halbem Wege stockte ich und starrte gebannt auf die Tür, in Erwartung dessen, das in diesem Augenblick Raziel eintreten würde, um mich zum alles entscheidenden Kampf herauszufordern. So stand ich eine Weile da und wartete. Aber er kam nicht. Konnte es ja auch nicht, denn... Spontan griff ich hinter mich und umfasste das Heft des SoulReavers, der sicher an meinem Rückengurt befestigt war. Schwermütig, von den Erinnerungen der letzten Augenblicke mit Raziel eingeholt, schloß ich die Augen und sah mich Gefahr laufen, der Schwäche, die mich dadurch befiel nachzugeben und hier und jetzt zusammenzubrechen.
’Nein, das wirst du nicht! Reiß dich zusammen!’, durchdrang eine Stimme meine Gedanken und ich löste meinen Griff vom Heft. Dann, wieder gefasst, schritt ich weiter auf die Tür zu und verließ den Palast.
Ein sanfter Nachtwind streifte mein Gesicht, während ich ins Freie hinaustrat und gen Himmel schaute, der von unzähligen strahlenden Sternen übersät war. Ich schickte ein zufriedenes Lächeln nach oben und blickte dann geradeaus in die Ferne, wo ich schemenhaft die gestürzten Säulen, meinen Herrschersitz, ausmachen konnte. Sie allein galt es jetzt zu heilen und ihren rechtmäßigen Hütern zurückzugeben. Dann erst wandte ich meinen Blick der Gestalt zu, die an den unteren Stufen zum Palast hin stand und auf jemanden zu warten schien. Und dieser „jemand“ konnte nur ich sein.
“Ich ahnte, das du heute zurückkehren wirst.“, empfing mich die junge Vampirin, als ich an sie herangetreten war.
“Ach ja?“, gab ich spöttisch zurück und fuhr dann ernsthafter fort, „Es überrascht mich, hier ein Empfangskomitee vorzufinden, wenn es auch nur aus einer Person besteht. Aber das gerade du es bist, die...“
Sie unterbrach mich mit einer energischen Handbewegung: „Ich habe auch nicht wirklich darum gebeten, Kain.“
„Und warum bist dann hier, Magdalena?“
Sie holte geräuschvoll Luft, bevor sie mir darauf eine Antwort gab.
„Weil mir der Gedanke an deine Rückkehr keine Ruhe gelassen und mich so aus meinem Jahrhunderte langen Schlaf gerissen hat.“
“Ach, du hast tatsächlich an mich gedacht?“, fragte ich sie und konnte mir dabei ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Magdalena warf mir daraufhin einen ärgerlichen Blick und zischte dann: „Ja, leider.“ Doch gleich darauf glätteten sich ihre Zornesfalten wieder und während ihr sanfter Gesichtsausdruck zurückkehrte, flüsterte sie: „Sicher hätte ich weitergeruht, wenn mir dieser Gedanke nicht gezeigt hätte, das nicht nur du, sondern auch Raziel zurückkehrt.“ Nach diesen Worten schaute sie links und rechts an mir vorbei, dann wieder links, wurde nachdenklich und blickte mich wieder an. Dann äußerte sie verwundert: „Ich kann ihn nirgendwo sehen. Wo ist er?“
Jetzt war ich es, der geräuschvoll Luft holte, ihr aber noch keine Antwort auf die Frage gab. Stattdessen nahm ich den Reaver von meinem Rücken und hielt ihn ihr, mit der rechten Klaue das Heft haltend und mit der linken die Klinge, entgegen. Erschrocken wich sie einen Schritt zurück und blickte mich furchtsam an.
“Keine Angst Magdalena. Ich habe nicht mehr vor, dich zu töten.“, versuchte ich sie mit sanfter Stimme zu beruhigen, „Das ist vergangen und vergessen. Aber, du wolltest wissen wo Raziel ist. Hier...“ Ich hielt inne, streckte ihr den Reaver noch ein Stück weiter entgegen und lenkte meinen Blick auf die gewellte Klinge. Einen Moment lang herrschte eine eisige Stille. Dann aber, als sie begriff, was ich ihr damit sagen wollte, stieß sie leise hervor: “Nein. Das ist nicht wahr, oder?“ Jetzt trat sie wieder näher und berührte sacht die Klinge, die plötzlich zu vibrieren schien und ihre Stimme brach als wir uns in die Augen blickten.
„Sag mir..., dass das nicht wahr ist. Das… dass das alles nur ein schlimmer Traum ist… und... und ich gleich aus diesem erwachen werde... Bitte, sag… dass das nicht wahr ist!“
Ich schüttelte den Kopf: „Es ist kein Traum, Magda. Raziel ist hier. Hier in dieser Klinge. Durch seine Seele wird sie mit jener Macht erfüllt, die ihr schon vor ewigen Zeiten vorherbestimmt war.“

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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 1. Mai 2005, 21:35 
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Fassungslos blickte sie mich nun an: „Ich verstehe nicht...“
„Komm,“ sagte ich daraufhin und tat den Reaver an seinen Platz zurück, „laß uns zu den Säulen gehen. Dort werde ich dir alles erklären.“ Sie nickte und folgte mir dann.
Schweigend waren wir nun schon ein Stück des Weges nebeneinander her gelaufen, als ich mich endlich dazu aufraffte, sie danach zu fragen, wie es ihr damals möglich gewesen war, sich meiner Macht zu entziehen, und mit welcher Magie sie es fertiggebracht hat, sich ihr menschliches Aussehen beizubehalten, was mir vorhin als erstes an ihr aufgefallen war, als ich sie gesehen hatte, während sich in all den Jahren die anderen Kinder meiner damaligen Statthalter in monströse Wesen verwandelt hatten.“
“Mit Magie liegst du schon richtig.“, meinte sie und warf dabei einen Blick auf meine Klauen und dann auf ihre Hände, „Mit ihr gelang es mir bis jetzt den Lauf der Verwandlung in ein, wie du es nennst, monströses Wesen aufzuhalten und zum anderen auch, mich vor dir zu verbergen. Doch wenn Turel nicht gewesen wäre...“
„Turel?“, fragte ich erstaunt.
„Ja, Turel.“, erwiderte sie, „Falls du es vergessen haben solltest: Du hast ihm damals befohlen, mich ins Clangebiet der Razielim zu bringen.“
Ich dachte kurz nach und erinnerte mich: „Ja. Richtig. Das war mein Befehl an ihn gewesen. Doch da du jetzt hier bei mir bist, nehme ich an, das er da irgend etwas missverstanden hatte...“
“Vielleicht hatte er aber auch geahnt, das es wichtig ist, mich am Leben zu lassen.“
“Schon möglich...“, murmelte ich und sie fing an zu erzählen:
„Wir hatten damals das Clangebiet fast erreicht, als er mich plötzlich am Arm packte und eindringlich auf mich einredete, das ich es unter keinen Umständen betreten durfte. Bevor ich ihn nach dem Grund fragen konnte, erzählte er mir, wie schmerzhaft es für ihn gewesen war, deinem Befehl Folge zu leisten und Raziel in den Abgrund zu werfen. Er hatte immer zu ihm aufgeschaut. Stets hatten sie gemeinsam, Seite an Seite, gegen Vampirjäger oder andere Feinde gekämpft. Sie beide hatte mehr verbunden als die Gemeinsamkeit Vampire zu sein. Sie waren Brüder im Herzen und im Geist. Und er war es Raziel schuldig, das wenigstens eines seiner Kinder überlebte. Ich war sehr verwirrt und begriff erst was er meinte, als vom Clangebiet her Panik- und Todesschreie zu uns hinüberwehten. Dein Feldzug gegen die Razielim hatte begonnen. Ehe Turel mich schließlich verließ, drückte er mir noch seinen Dolch in die Hand. ‚Vergiß mich nicht, kleine Razielim’, sagte er dabei, dann folgte er deinem Ruf der Vernichtung.“ Sie hielt inne und ich wusste, das sie jetzt auf eine Erwiderung meinerseits wartete, doch ich starrte stur geradeaus und schwieg.
“Warum Kain? Warum hast du das getan?“, fragte sie mich nun.
“Es war notwendig.“, gab ich zurück.
„Notwendig?“, brauste sie auf, „Was daran war notwendig?“
„Es ist halt passiert und nicht mehr zu ändern.“, wollte ich das Thema beenden, doch ich hatte keinen Erfolg damit.

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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 1. Mai 2005, 21:35 
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„Ich habe mir viele Jahre Gedanken darüber gemacht.“, sprach sie weiter, „Und weißt du zu welchem Ergebnis ich dabei gekommen bin?“
„Nein. Aber du wirst es mir sicher gleich sagen.“
„Und ob ich das werde.“, ereiferte sie sich, „Ich bin mir sicher, das es nicht allein an deiner Arroganz oder Herrschsucht lag, das du die Entscheidung trafst, die Razielim wie Vieh dahinschlachten zu lassen, sondern allein dein Neid war es gewesen, der…“
„Mein Neid?“, unterbrach ich sie laut auflachend, „Worauf sollte ich bitte schön neidisch gewesen sein?“
“Du willst es wirklich wissen, ja? Dann schau her!“, rief sie und blieb so abrupt stehen, das ich bei meinem Halt ins Stolpern geriet. Ich konnte mich jedoch noch abfangen und wandte mich ihr zu. Was mir diese Vampirin dann bot, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Plötzlich sah ich nicht mehr sie, sondern Raziel vor mir. Vor mir niederkniend und Vermessenheit und Stolz in seinem Gesicht während er mir seine zwei prächtigen Flügel präsentierte. Nein. Ich kniff die Augen zusammen und schüttelte energisch den Kopf, um dieses Bild zu vertreiben. Das da war nicht Raziel, sondern Magdalena, eines seiner Kinder, aber es war offensichtlich, dass sie es auf diese Art und Weise darauf anlegte, mich zu provozieren. Aber meinen tatsächlichen Ärger darüber, schluckte ich hinunter.
“Es war kein Neid,“ betonte ich noch einmal, „und jetzt steh auf, wir müssen weiter.“
“Ich glaube dir nicht.“, zischte sie, fügte sich aber meiner Forderung. Sie wollte es sich wohl doch nicht ganz mit mir verscherzen. Während sie sich nun wieder erhob, konnte ich mit ansehen, wie sich ihre Flügel plötzlich in Luft auflösten. Doch meine Verwunderung darüber behielt ich für mich, denn ich konnte mir schon denken, dass es etwas mit dieser Magie zu tun haben musste, über die wir vorhin kurz gesprochen hatten. Ohne auf ihr Letztgesagtes einzugehen, setzte ich meinen Weg fort. Es lag an ihr, sich zu entscheiden, ob sie mir nun weiter folgen, oder ihren eigenen Weg gehen wollte.
Sie folgte mir, wenn auch zögerlich und blieb dabei stets einige Schritte hinter mir. Was wohl gerade in ihrem Kopf vorging? Erinnerungen an damals? Vielleicht daran, wie ich ihr prophezeit hatte, das sie ohne ihren Master keine Chance hätte zu überleben? Aber vielleicht dachte sie auch an jene Zeit zurück, als sie noch ein Mensch gewesen war, bis zu jenem Tag, als Dumah sie im Wald aufgegriffen und mir als „Geschenk“ gebracht hatte. Warum zerbrach ich mir eigentlich meinen Kopf darüber? So etwas hatte mich doch früher auch nie interessiert. ‚Hast du es schon vergessen?’ „Was?“, flüsterte ich. ‚Raziel hat dich doch geheilt.’ Ja, sicher hatte er das. Er hatte den Wahnsinn von mir genommen, aber wie es aussah, mir dabei auch noch ein Teil menschlicher Gefühle zurückgegeben. Und ein Teil davon machte sie jetzt bemerkbar – Mitgefühl. Ich blieb stehen und wandte mich zu ihr um. Auch sie stoppte, doch vermied sie es, mich direkt anzusehen.
„Es tut mir leid Magda, wenn ich dich auf irgendeine Weise verletzt haben sollte.“ Hatte ich das jetzt wirklich gesagt? ‚Ja, hast du.’
Verblüfft blickte sie mich jetzt an und dann… lächelte sie: „Ist schon gut. Ich weiß selbst nicht genau, was da gerade in mich gefahren war.“
“Ich kann es mir denken und verstehe es auch.“, entgegnete ich, „Und wenn du wieder einmal wütend auf mich bist, dann schrei mich ruhig an.“
Sie grinste: „Gut, ich werde es mir merken.“
Ich nickte ihr zu und hielt ihr dann meine rechte Klaue hin.
„Komm, jetzt zeige ich dir etwas von meiner Magie.“ sagte ich dabei und nachdem sie meine Klaue ergriffen hatte, teleportierte ich uns zu den Säulen.
Einen Lidschlag später waren wir da und bejahte Magdalenas Frage, ob mir der Weg zu Fuß zu lang gewesen war. Dann schaute ich mich. Mein Thron stand immer noch da, wenn auch leicht beschädigt und ich ließ mich kurzerhand auf ihn nieder. Den Reaver, den ich vorher aus seiner Halterung genommen hatte, legte ich auf meine Knie. Magdalena trat näher und strich noch einmal mit ihrer Hand über die Klinge.

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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 1. Mai 2005, 21:38 
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“Wirst du mir jetzt alles erklären?“, fragte sie dabei.
“Ja, das werde ich.“, entgegnete ich und schloß meine Augen, „Laß mir bitte nur noch einen kleinen Augenblick der Ruhe.“
“Aber natürlich.“, entgegnete sie sanft, doch gleich darauf entfuhr ihr ein grässliches Lachen. Erschrocken riß ich meine Augen auf und noch bevor ich reagieren konnte, hatte sie den SoulReaver an sich gerissen und starrte mich aus grün leuchtenden Augen an. Dieses Leuchten, ich kannte es zu gut. Sie war von einem Hylden besessen. Aber, so fragte ich mich, wie war das möglich? Sollte ich damals, als ich Lord Sarafan und seine hyldische Garde in die Hölle zurückschickte, irgendetwas übersehen haben?
“Magdalena? Hörst du mich?“, fragte ich flüsternd, in der Hoffnung zu ihr durchdringen zu können. Doch sie oder besser gesagt, das Wesen in ihr, lachte abermals auf und hielt mir dabei die Klingenspitze des Reavers an die Kehle: “Sieh an! Der große Kain! Wie schnell man ihn doch schockieren kann. Das ist echt amüsant. Hast du wirklich geglaubt uns so einfach aus dem Weg räumen zu können?“
Ich reagierte nicht auf seine Worte, sondern rief abermals Magdalenas Namen.
“Sie hört dich nicht!“, zischte der Hylde und lachte wieder. Nun gut, wenn er es darauf anlegte, würde ich ihm das Lachen schon austreiben.
“Aber du hörst mich, ja?“
Ein Nicken folgte auf mein Frage.
“Gut, dann beantworte mir folgendes: Hat dich dein Lord damals hier einfach so vergessen und glaubst du jetzt, das du mich auf diese Weise dazu zwingen kannst, dich ebenfalls in die Hölle zurückzuschicken, aus der gekrochen bist?“
“Er hat mich nicht vergessen.“, kam es fauchend zurück. „Ich bin einer der ersten, die er hierher zurückgeschickt hat, mit dem Befehl, dich zu vernichten.“
“Ach ja? Er traut sich wohl nicht selbst hierher, so das er einen seiner Sklaven schicken muß.“, höhnte ich, was ihn noch wütender machte. Doch seine Wut zeigte er mir jetzt nicht mit Worten, sondern mit Taten. Er riß den Reaver zurück und holte aus. Doch jetzt, in diesem Moment, zeigte mir Raziel, das er stets wachsam an meiner Seite war. Plötzlich durchfuhr den Reaver ein seltsames Surren und einen Lidschlag später ging ein grelles Leuchten von ihm aus. Erschrocken ließ der Hylde die Waffe zu Boden fallen und fluchte dabei, was das zu bedeuten hätte. Doch nicht nur ihn konnte ich sprechen hören, nein, ganz schwach vernahm ich auch Magdalenas Stimme, die mich anflehte, ihr zu helfen. Ich zögerte keinen Augenblick länger, sprang sofort auf und hinter sie. Dann legte ich meinen Arm um ihre Brust und drückte sie fest an mich.
„Kämpfe Magdalena! Kämpfe! Laß ihn nicht wieder die Kontrolle über dich erlangen!“, zischte ich ihr ins Ohr.
“Ich… ich kann nicht… Er… er ist so stark.“
„Doch, du kannst es!“, redete ich energisch auf sie ein, doch mein Gefühl sagte mir, das ich unrecht hatte. ‚Töte sie!’, zischte die Stimme in meinem Kopf, ‚Nur so kannst du sie befreien.’ „Nein!“, fauchte ich, doch dann traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz. Scheintot! Genau das war es. Ich musste sie nur an den Rand des Todes bringen, so das der Wirt für den Hylden nutzlos war.
“Verzeih mir!,“ flüsterte ich noch, dann biß ich zu.
Wie süß ihr Blut doch schmeckte. Süßer noch, als ich es in Erinnerung hatte. Ich war drauf und dran mich diesem Genuß völlig hinzugeben, doch das durfte ich nicht. Ich musste aufhören… irgendwann… ‚Nein! Jetzt!’ Mit einem leisen Aufstöhnen riß ich meinen Kopf nach hinten und als ich spürte, wie sie mir aus den Armen zu gleiten drohte, ging ich mit in die Knie und betete sie sanft auf den Boden.
“Du hast sie getötet!“, zischte es wieder, aber diesmal war es nicht die Stimme in meinem Kopf, sondern das grüne neblige Gebilde, das sich aus ihrem Körper löste.
“Ja.“, knurrte ich, „Und jetzt bist du dran.“

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BeitragVerfasst: 1. Mai 2005, 21:39 
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Erneut erklang dieses grässliche Lachen, während mir entgegnet wurde: „Du kannst mich nicht töten. Nicht in dieser Form.“
„Wir werden ja sehen!“, schrie ich auf, ergriff gleichzeitig den Reaver, sprang auf und hieb die Klinge in den Nebel hinein. Ruckartig erstarb das Lachen und machte einem so entsetzlichem Kreischen Platz, das ich mir die Ohren zuhalten musste. Dann erstarb auch dieses fürchterliche Geräusch und mit einem grellen Leuchten, wie zuvor der Reaver, löste sich das neblige Gebilde auf.
“Na bitte, geht doch.“, höhnte ich, steckte den Reaver in seine Halterung zurück und kniete mich dann wieder neben Magdalena. Es war höchste Zeit, sie zurückzuholen. Hastig öffnete ich eine Vene an meinem linken Handgelenk, hob ihren Kopf an und drückte die offene Wunde an ihren Mund.
“Trinke Kind! Hörst du? Trinke!“, drängte ich sie und versuchte dabei die Sorge, die in mir aufstieg, weil sie nicht sofort reagierte, zu unterdrücken. ‚Wieder eines dieser Gefühle...’
Dann endlich spürte ich, wie sie selbstständig ihre Lippen fest an die Wunde drückte und mein Blut in sich aufnahm. „Ja, so ist gut.“, sprach ich dabei erfreut auf sie ein, „Trinke! Das gibt dir all deine Kraft zurück.“
‚Bitte, gib mir dein Blut… rette mich…Bitte…’ Umah! Plötzlich war ihre Stimme in meinem Kopf und ich spürte einen Kloß in meinem Hals. Sie hatte ich damals nicht gerettet. Damals… Ein leises Seufzen Magdalenas verdrängte Umahs Bild aus meinem Kopf und ich blickte sie an. Sie hatte von der Wunde abgelassen und saß schweigend, mit geschlossenen Augen, da. Es verging ein Augenblick absoluter Stille, dann wandte sie mir ihren Kopf zu, blickte mir tief in die Augen und flüsterte: „Danke.“
Ich nickte ihr lächelnd zu, erhob mich wieder und bot an, ihr aufzuhelfen, was sie aber dankend ablehnte. Sie würde das schon alleine schaffen, meinte sie und stand auch kurz darauf auf ihren eigenen Füßen. Ich ließ derweil meinen Blick nicht von ihr, und das war auch gut so, denn plötzlich geriet sie ins Wanken, stöhnte ihr sei schwindlig und war drauf und dran wieder zusammenzubrechen. Ich fing sie auf, hob sie auf meine Arme und trug sie zum Thron hinüber. Fest schmiege sie sich an mich und flüsterte: „Dein Blut, es ist so stark. Brennend, wie Feuer, durchströmt es meine Adern." “Das vergeht.“, entgegnete ich ihr und setzte sie auf dem Thron ab.
“Wird es mich verändern?“, fragte sie dann und betrachtete ihre Hände.
„Was?“
„Dein Blut. Wird es mich verändern?“ Sie blickte mich wieder an und ich schüttelte den Kopf.
„Nein. Nur heilen. Mehr nicht.“ ‚Dein Blut durchströmt ihre Adern. Du hast ihr einen Teil von dir gegeben. Trotzdem gehört sie dir nicht. Nicht heute, nicht morgen, niemals.’
“Was war das vorhin?“, unterbrach ihre Stimme die, die in meinem Kopf herumspukte, „Was war das für ein Wesen, das da von mir Besitz ergriffen hatte? Warum wollte es dich töten? Wer ist Lord Sarafan und...“
“Ein Hylde.“, warf ich ein und verwirrte sie mit dieser Antwort nur noch mehr.




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BeitragVerfasst: 2. Mai 2005, 17:08 
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Wohnort: Tränen zeigen uns den Pfad, den wir gegangen sind!
*nick* Yep, bitte weiterschreiben.^^

Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich da einiges verpasst habe. Das heißt also, ich sollte deine andere FF doch mal zu Ende lesen.^^

Sehr gut geschrieben. Kain ist ja mächtig gefühlvoll.^^ Will er etwas was bestimmtes von Magda oder war das alles nur Sorge?

Also, wie schon gesagt, es wäre sehr nett, wenn du weiterschreiben würdest.^^ Mir hat's gefallen. Wirft einige Fragen auf.

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BeitragVerfasst: 2. Mai 2005, 17:51 
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Danke dream [23]

Viel verpaßt hast du nicht, mußt vielleicht ein bischen nachholen^^ Wenn du mehr über Magda wissen möchtest, guck mal hier: http://www.ladynightvamp.de/geschichten ... story.html
*schon uralt*g*

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BeitragVerfasst: 2. Mai 2005, 18:53 
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Wohnort: Tränen zeigen uns den Pfad, den wir gegangen sind!
Jetzt bin ich schlauer. Danke! Trotzdem, lass dir mit der Fortsetzung nicht zu viel Zeit.^^

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BeitragVerfasst: 2. Mai 2005, 21:00 
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Tja, was soll man zu so'ner Geschichte nur sagen? Ich finde sie einfach nur gut!


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BeitragVerfasst: 2. Mai 2005, 21:16 
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Danke^^

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BeitragVerfasst: 2. Mai 2005, 22:10 
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Wohnort: Schein oder nicht Sein - das ist hier keine Frage.
*anschließ*

wann gehts endlich weiter? [25]


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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 18. August 2005, 16:09 
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Wohnort: "We must be the change we wish to see." (Within Temptation - See who I am)
L A D Y ! ! ! Mach mich nicht wütend. Und schau nicht so unschuldig, du weißt genau, was ich meine !!!!!!!!!!!!!!
[25]

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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 18. August 2005, 18:44 
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ance, nö *g* - Ich bin doch grad an der anderen dran.

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BeitragVerfasst: 18. August 2005, 19:32 
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Registriert: 2. August 2002, 14:28
Beiträge: 1765
Wohnort: "We must be the change we wish to see." (Within Temptation - See who I am)
War ja auch nur so als Warnung. Finger weg von Kain! Denn dabei bin ich wirklich egoistsch. Allerdings nur bei ernstzunehmender Konkurrenz. (Das war ein Kompliment.)
... lach ...

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 Betreff des Beitrags: Und ich kehrte zurück (Vorabtitel) - eine Kain/Magdalena-Sto
BeitragVerfasst: 19. August 2005, 09:19 
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Ich will doch gar nix von ihm... aber das nächste Kapitel solltest du dann wohl besser nicht lesen, wenn ichs demnächst einstelle, im Rohentwurf isses schon fertig [15]

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