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 Betreff des Beitrags: Der alte Mann und der kleine Junge
BeitragVerfasst: 23. August 2006, 20:50 
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Registriert: 30. Mai 2005, 16:13
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Wohnort: Es gibt viele Dinge auf dieser verblendenden Welt, doch von alle dem ist nichts schlimmer als die Ve
Kälte legte sich über die Wiesen, wie eine sanfte Brise im Morgenwind. Einsam sitzt ein Mann auf der Wiese und starrt auf die gerade aufgehende Sonne. Es scheint die Kälte geht mit ihm, als er sich erhob und erneut aufbrach zu finden was er suchte. Man könnte Glauben eben diese schneidende Kälte hätten im seinem Gesicht die tiefen Furchen der Zeit hinterlassen, doch ist es nur das Alter was ihn so aussehen lässt. Langsam bewegte er sich weiter, getrieben von der Sehnsucht seines alten Herzens. Als er nun dahinschritt bemerkte er eine Gestalt neben sich herlaufen, es war ein kleiner junge. Er hatte sein kommen gar nicht bemerkt, was für seinen Erfahrungstand eigentlich ungewöhnlich war, doch dachte er einfach das ihm die Nebel und der Morgen einen Streich gespielt hatten, das er ihn einfach übersehen hatte, im strahlenden Licht der aufgehenden Sonne. ‚Hallo du!‘ begrüßte mich der Junge. Ich sah ihn an als Zeichen das ich ihn gehört hatte. ‚Was machst du hier?‘ fragte er mich. Seltsamerweise hatte ich das Gefühl die Stimme des Jungen schon einmal gehört zu haben. Ich antwortete ‚Ich suche etwas was ich verloren habe.‘ ‚Und was suchst du?‘ ‚Das weiss ich selbst nicht genau mein junge, ich weiss nur das ich auf der Suche nach etwas bin, aber nicht weiss nach was.‘ ‚Ich weiss was du suchst!‘ antwortete der junge prompt. Ich sah ihn überrascht an ‚Aha und was ist das?‘ Er hatte irgendwie mein Interesse geweckt, ich wusste nicht warum aber irgend etwas, beschäftigte mich an ihm sehr und ich wollte wissen, was das war. ‚Du suchst einen, der mit dir geht‘ sagte der kleine Junge zu mir. Kopfschüttelnd und mit sanfter Stimme antwortete ich darauf ‚Nein mein Junge, ich habe schon lange niemanden mehr der mit mir geht.‘ ‚Warum sorgst du dann nicht einfach dafür das wieder jemand mit dir geht?‘ fragte er kindlich. ‚Auf meiner Suche bin ich allein das weiss ich es gibt niemand der mit mir geht weil niemand das sucht wonach ich mich sehne.‘ ‚Warum nicht?‘ Ich traf selten jemanden der sich mit mir unterhielt und wenn überhaupt wurde ich nur mit Abscheu oder Verachtung behandelt, daher stimmte es mich fröhlich, jemandem meine Geschichte zu erzählen. ‚Weißt du ich suche schon lange aber ich finde einfach nicht das was ich suche, ich habe viele Länder gesehen und viele Jahre zogen an mir vorbei, als wäre nichts gewesen, mein einziger Begleiter war der kalte Wind, der oft nichts bringt als die Einsamkeit. Doch ich erzähle ihm von meinem Leid und meiner Suche und so ist er mir ein ständiger Begleiter wohin ich auch gehe.‘ Ich war so in Gedanken das ich nicht merkte wie der Junge stehen geblieben war. ‚Hey möchtest du nicht weiter mit mir gehen mein Junge?‘ fragte ich ihn mit ein bisschen mehr Gefühl als bei normalerweise mir üblich war. Irgendwie fand ich die Vorstellung den Jungen allein zu lassen traurig, obwohl ich ihn eben erst getroffen hatte, wusste ich das ich ihn vermissen würde, denn ohne eine Antwort hatte er sich umgedreht und war wieder im Nebel des Morgens verschwunden.


Ich dachte lange über den Jungen und seine Fragen nach. Wo war er so plötzlich hergekommen und vor allem warum? Ich bin alt und kenne die Menschen, doch dieser Junge war anders er war so lebensfroh gewesen, so ohne jegliche Sorge oder Last auf den Schultern. Während ich mir vorkam, als träge ich die Last der Welt allein auf meinen Schultern. Nachdem der Junge verschwunden war, kam ich mir sehr alt vor. Wahrscheinlich lag es an der Jugendlichkeit die der junge ausstrahlte. Ich ging meiner Wege und dachte noch lange an ihn, vergaß ihn dann aber auch wieder, da ich die Angewohnheit habe mich an niemanden zu klammern, da ich weiss das Menschen Wesen sind die schnell eine andere Richtung einschlagen als man selbst, und dann steht man doch wieder allein da. Am nächsten Abend schlief ich schlecht, ich hatte heute nicht viel zu essen gefunden, da im Wald in dem ich mich gerade befand nicht viel eßbares zu finden war. Also ging ich auf einen kleinen Spaziergang im Wald. Ich hatte keine Angst nachts im Wald, ich war es gewöhnt da ich die Ruhe und die nähe der Natur oft suchte, da sie mich nicht verabscheute, ich fand dort einfach etwas in mir wieder, was zu mir gehört wie alles andere an meinem Charakter, nämlich die Einsamkeit. Manchmal denke ich es war so bestimmt wie es kam, hätte es denn anders sein können? Ich glaube nicht an Zufälle denn sonst wäre ich bestimmt nicht hier. Als schon die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont tanzten machte ich mich wieder auf, um zu suchen was ich wohl nie finden würde. Es war schon eine Ironie, ich wusste das ich wohl nicht mehr finden würde was ich suchte bevor ich von dieser Welt ging. Ich war alt und mein Körper war müde von der langen Suche und sehnte sich nach Ruhe. Ich hatte mir schon überlegt meine Suche aufzugeben, doch ich wusste ich hätte es nicht gekonnt. Ich weiss nicht was mich dazu treibt, es ist einfach etwas in mir was dies für nötig hält und was mir keine Ruhe gibt.

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 Betreff des Beitrags: Der alte Mann und der kleine Junge
BeitragVerfasst: 23. August 2006, 20:51 
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Registriert: 30. Mai 2005, 16:13
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Wohnort: Es gibt viele Dinge auf dieser verblendenden Welt, doch von alle dem ist nichts schlimmer als die Ve
Ich genoss die frühen stunden des Morgens immer am meissten. Ich sog den frischen Duft der Pflanzen begierig in mich auf, als ich merkte das jemand neben mir stand. Ich wusste bereits das es wieder der Junge war, denn ich war den Wald so gewöhnt das es mir schon so vorkam als sei ich ein Teil davon. ‚Hast du inzwischen gefunden was du suchst?‘ fragte er mich in seiner gewohnt bekannten Stimme. ‚Nein und ich glaube ich werde es auch nicht finden bevor ich sterbe mein Junge.‘ ‚Ich glaube du suchst einfach an der falschen Stelle, vielleicht findest du es gerade da wo du es nicht vermutest.‘ Ich sah ihn verblüfft an und fragte mich wie er auf eine solche Antwort kam. Ich hatte mich das selbst schon oft gefragt aber woher konnte er das wissen? ‚Du bist ein kluger kleiner Junge weißt du das eigentlich?‘ Er antwortete fröhlich ‚ Ja das sagt meine Mama auch immer zu mir. Du darf ich ein bisschen bei dir bleiben?‘ fragte er mich schüchtern. Er konnte nicht wissen das ich so traurig gewesen war, das er zuvor so schnell gegangen war, aber ich stimmte zu und wieder gingen wir Seite an Seite miteinander unseren Weg. ‚Sag mal wo wohnst du eigentlich kleiner?‘ Das hatte ich ihn schon früher fragen wollen, war aber nicht dazu gekommen. ‚Ich komme hier aus der Nähe, wo kommst du her?‘ Ich antwortete etwas melancholisch ‚Ich weiss nicht wo ich her komme, niemand will mich haben und deswegen bin ich auf der Suche, einzig hier im Wald fühle ich mich Zuhause.‘ ‚Dann bleib doch da wo ich Zuhause bin‘ ‚ Das kann ich nicht, ich fiele euch doch nur zur Last.‘ ‚Warum kannst du denn nicht bleiben, es wäre so schön jemand zum spielen zu haben‘ dabei lächelte er mich fröhlich an und tief in mir regte sich etwas, was mich auch zum lächeln brachte. ‚ Ich würde ja gerne bleiben aber mir fehlt noch etwas bevor ich mit dir gehen kann‘ ‚Ich weiss was dir fehlt, was dir fehlt bist du selbst.‘ Ich schaute ihn verwirrt an ‚Was meinst du damit junge?‘ Doch ich spürte schon wieder das Gefühl ihn zu vermissen, ich hatte den jungen irgendwie lieb gewonnen, er hatte in mir etwas bewegt und mich berührt doch was das war wusste ich nicht. Lange machte ich mir Gedanken was er wohl damit meinte, was mir fehle sei ich selbst. Ich wusste früher oder später würde ich es erfahren. Ich legte mich früh schlafen und hatte einen seltsamen Traum, ich sah wie ich neben dem Jungen leise schlummernd lag und wie er mich ansah als die letzten Strahlen der Sonne hinter dem Horizont verschwanden. Langsam stand er auf ging in den Wald zurück und sah nicht mehr zurück. Noch in derselben Nacht bin ich gestorben.

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 Betreff des Beitrags: Der alte Mann und der kleine Junge
BeitragVerfasst: 24. August 2006, 10:34 
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*heul* das war ja traurig, aber auch sehr schön geschreiben mit viel Herz.

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Beim Anblick des Engels wird ihn der Wahnsinn ergreifen.


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 Betreff des Beitrags: Der alte Mann und der kleine Junge
BeitragVerfasst: 29. August 2006, 19:45 
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Die Gesch8iichte ist gut gelungen Janos berührt mich echt tief.

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 Betreff des Beitrags: Der alte Mann und der kleine Junge
BeitragVerfasst: 29. August 2006, 23:56 
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Wohnort: aus alten Zeiten, aus alten Tagen die Seelen werden vom Wind davon getragen. Hörst Du ihr wispern, h
Erinnert mich bissel an Kafka, aber doch anderes *g*, wirklich gut. Ich frage mich nur ob er im Tod gefunden hat, was er suchte? mir kamen die tränen Bild


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