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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:21 
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Wohnort: Es gibt viele Dinge auf dieser verblendenden Welt, doch von alle dem ist nichts schlimmer als die Ve
Für C.K. , die mich mit ihrem freien Geist so oft inspiriert.

Eine Welt aus schwarzweiss. Eis und Tod. Schnee, und ein Hauch, der Herzen gefrieren lässt. Das ist meine Welt. So sinnlos es erschien, so lebte ich doch. Als einzigen Gefährten hatte ich einen treuen Wolf an meiner Seite, der mir war, Familie und Freund zugleich. Lange schon suchte ich einen Weg. Meinen Weg: Einen Weg ‘nach Hause‘. Ich stapfte durch die Kälte, zog meinen schwarzen Mantel noch enger um mich, um die letzten Sonnenstrahlen meinen steifen Leib wärmen zu lassen. Die Sonne ging schon unter, ich wusste was das in dieser Jahreszeit bedeutete. Der lange Weg durch die Dunkelheit des erbarmungslosen Winters stand bevor. Mein Gefährte lief unruhig neben mir einher, ich wusste, dass er es ebenso spürte wie ich. Der Wechsel der Jahreszeit stand bevor und die Sterne standen gut dafür. ‚Es wird Zeit‘ flüsterte ich still in mich hinein. Mein Gefährte sah auf und ich wusste, dass er mich gehört hatte. Wir sprachen selten miteinander. Das lag einfach in unserer Art, wir waren beide stolze Einzelgänger und er hatte sich mir nur angeschlossen, weil ich ihn vor seinem eigenen Tod in der Kälte bewahrt hatte. Mein Gefährte gehörte, wie ich später erfuhr, zur Spezies der weißen Wölfe, einem alten Wolfsgeschlecht, welches angeblich von den weißen Göttern auf die Welt gebracht wurde. Alle Herrscher des ‚Weiß’ hatten bisher immer einen weißen Wolf als Gefährten gehabt. Dies bewies ihr Recht, als Herrscher über die weißen Lande zu regieren. Es war eines Nachts gewesen, ein Sturm hatte getobt - was hier nicht unüblich war - und ich sah ihn dort mitten in der Wildnis liegen. Er war von einem Rudel Eismalmer in einen Hinterhalt gelockt worden. Riesige Wesen, Bullen aus Fell und klobigem Fleisch, äußerst brutal und keineswegs Vegetarier. Das makabere an ihrer Natur war, dass sie in Krisenzeiten zu Kannibalismus neigten. Dadurch wurde die natürliche Auslese erhalten. Der schwächste war das Opfer und glaubt mir, sie schreckten auch nicht davor zurück, einen, im Kampf gefallen Kameraden als Ersatzbeute bei erfolgloser Jagd zu verzehren. Alles in allem eine grässliche Spezies.

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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:23 
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Doch ich wusste, dass auf dieser Welt jeder seinen Sinn hatte solange er eine Heimat besaß. Doch ich hatte das nicht. Diese Welt war nicht meine Heimat. Das hervorstechende Grau des Fells war nicht das einzige was mir an meinem Gefährten aufgefallen war. Als ich ihn sah war es, als würde ich ihn schon lange kennen. Doch ich wusste, er war mir nie zuvor begegnet. Seine Aura war so vertraut gewesen, ich weiss nicht, was mich dazu getrieben hatte ihn zu retten. Ich war doch sonst immer ein solcher Einzelgänger gewesen. Was also veranlasste mich ihn zu retten? Darüber habe ich mir still und heimlich lange Gedanken gemacht und lernte, dass wir eines gemeinsam hatten: Genau wie ich, hatte er kein Zuhause. Als Wolf war er Ruhelos und immer auf der Suche nach neuer Nahrung. Eine ewige Suche, allein aus dem Trieb zu überleben. In dieser Öde war dies schier unvorstellbar. Doch an diesem Ort war jeder mehr Tier als Mensch, anders bestanden hier keine Überlebenschancen. Hier herrscht Instinkt und keine Vernunft. Eine Entscheidung gab es nicht - höchstwahrscheinlich war man sowieso schon gestorben, bevor man eine Entscheidung getroffen hatte. Tja, so ist das eben in einer Welt aus ewigem Eis. Der Schnee kann zart und weich sein, wie Federn. Genauso gut kann er aber auch grausam, herzlos und eiskalt sein. Ich bewegte mich lautlos wie ein Schatten im Schnee. Man lernte auf dem Schnee zu schweben, anstatt schwerfällig darin zu versinken. Ein Ergebnis jahrelanger Übung. Blitzschnell stieß ich meine kleinen Dolche aus Mammuthorn in die Seite des ersten Eismalmers. Es war ein Schrei zu hören, wie er einem in jedem Knochen dreifach widerhallt. Der Eismalmer verfiel in bodenlose Wut und dies wurde durch den Schock nur noch verstärkt. In dem ganzen Tumult stieß ich nach vorn hob den Wolf mit einem Ächzen hoch. Ich hoffte ganz darauf, schneller weg zu sein, als die Malmer mich verfolgen könnten. So würden sie sich auf ihren verletzten Gefährten stürzen, dachte ich. Sie waren keineswegs wählerisch. Es war sinnlos auf ein Abhängen zu hoffen - der Wolf war einfach zu schwer. Daher warf ich mich flach auf den Boden und schwang, noch fast im selben Moment, meinen Mantel über uns. Wir verschmolzen mit dem Schnee als seihen wir ein Teil davon. Unser beider Leben stand nun auf Messers Schneide. Würden die Malmer uns finden, wären wir auf jeden fall dem Tod geweiht. Würden sie sich mit ihrem Kameraden beschäftigen, hatten wir noch eine geringe Chance. Die Malmer waren schon fast bei uns, als sie abrupt stehen blieben, denn der verletzte hatte aus seiner Verzweiflung heraus begonnen, sich gegen alles zu stellen was sich regte. Es gab ein Chaos, wie ich es lange nicht erlebt hatte und erkannte sofort: Das war unsere Chance. Ich riss den Mantel von uns und trabte mit dem Wolf langsam und leise davon. So waren wir zusammen gekommen.

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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:25 
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Er verdankte mir sein Leben. Seit dem ging er mit mir. Er nannte mich Kind der weißen Götter, was er damit meinte wusste ich nicht. Dennoch missfiel mir der Name nicht, daher beließ ich es dabei. ‚Kind‘, ich sah meinen Gefährten an. ‚Es wird Zeit.‘ Ich stand auf, machte ihm damit klar, dass ich ihn verstanden hatte. ‚Die lange Kälte naht, das Eis stärkt seinen harten Griff um uns‘, dachte ich und sogleich vernahm auch mein Gefährte meinen Ruf. Mit der Zeit hatten wir einen Weg gefunden uns auf eine Weise zu verständigen ohne zu sprechen. Schon dieses kleine ausweichen aus dem Atemrhythmus, in diesen Höhen, hätte im Ernstfall schwere Folgen haben können. Langsam aber stetig trotteten wir, wie ein grauer Nebelschleier, in einer Wüste aus Schnee voran. ‚Es naht der Tag, an dem das Eis erbebt und sich die Welten für einen kurzen Moment teilen‘, lies mein Freund verlauten. ‚Eile ist geboten, wenn du willst erreichen, was du suchst.‘ Ich wusste dies nur zu gut. Es gab in unserer Welt eine Sage, sie besagte das an jenem Tag, an welchem der Tag der Nacht weichen sollte, sich die Welten verschieben und für einen kurzen Moment die Zeit in Stillstand verharren würde. Ein Augenblick, in dem Mensch und Tier, Geister und Dämonen, ja sogar Himmel und Hölle im Einklang stehen würden. In den weißen Ländern gab es fast genauso viele dieser Sagen, wie es hier menschliches Leben gab, was also bedeutete: Sagen waren rar und daher konnte man hoffen in den Sagen einen wahren Kern zu finden. Ich wollte nichts unversucht lassen eben diesen Moment zu nutzen, um meinem Joch zu entfliehen, endlich zurück zu kehren in eine Welt, die ich ‘Heimat‘ nennen konnte. Die grauen Schultern meines Gefährten erschienen an meiner Seite, er reichte mir fast bis an die Brust. Sanft fuhr ich mit meinen Händen durch sein Fell. Zusammen standen wir da und sahen wie die letzten Strahlen der Sonne hinter dem Horizont verschwanden. Sie würde nun für genau 3 Monate nicht mehr aufgehen. Irgendwie genoss ich diesen Anblick Jahr für Jahr mehr, obwohl es die härteste Zeit des Jahres in den weißen Ländern ankündigte. Ich hatte aber schon viele harte Winter überstanden, daher schreckte mich dieser Anblick schon lange nicht mehr. Ich entzog mich wieder meinem Tagtraum und ging dem Wolf hinterher der sich für solcherlei Dinge nicht interessierte. ‚Was findest du nur daran zu sehen, wie die Welt dem Tod entgegenläuft und alles Leben in eine Starre der Dunkelheit fällt?‘‚Ich weiss nicht es fasziniert mich eben‘. ‚Tze das hilft dir auch nicht der Kälte zu trotzen.’ Ohne Antwort schloss ich zu ihm auf und wir gingen langsam hinein, hinein in die Dunkelheit.

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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:27 
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Obwohl ich bereits lange Jahre auf Suche aus dieser Welt hinaus war, war ich mit der Härte des eisigen Hauchs aufgewachsen und mich schmerzte der Gedanke, diese Welt alsbald verlassen zu müssen. ‚Wieso sehnst du dich nach einem Heim, wenn du den Schnee dennoch liebst?‘, kam prompt die Antwort auf meine Gedanken. Lange Zeit antwortete ich nicht, doch dann brach ich das Schweigen. Mein Freund hatte es nicht eilig mit einer Antwort. Wenn man nichts anderes sah als öde, war es nicht verwunderlich, dass er eine solche Geduld mit mir hatte. Noch dazu Gebot uns der Respekt gegenüber dem anderen, sich gegenseitig zu nichts zu drängen oder zu zwingen, wenn es nicht nötig war. ‚Ich weis, das ich mir nichts sehnlichster wünsche, als ein Heim zu haben. Dafür würde ich alles aufgeben! Sogar das was ich liebe.‘ Ein leises Knurren signalisierte, das er meine Antwort akzeptierte. In unserem Dasein ging es viel mehr um Gesten und Mimik, als um Sprache. Wahrscheinlich war dies auch der Grund, warum wir uns so gut verstanden. Die Zeit verging, aber wir trieben uns gegenseitig an weiter zu gehen. Ab jetzt war die Zeit für uns nicht mehr vorhanden. Allein was uns zeigte das ein Tag vergangen war, war der graue Schleier der sich für jeden Morgen etwa 5-6 Stunden hinter dem Horizont bildete und die Welt in ein Grau ohne Farben tauchte, die es hier eigentlich sowieso nicht gab. Innerlich spürte ich die Unruhe, die jeden Tag mehr in meinem Freund einherging. Irgendwann empfand ich es als angebracht ihn danach zu fragen. ‚Was bedrückt dich so? Dich lässt doch sonst immer alles so kalt.‘ Ein lautes Knurren Gebot mir Schweigen und wir gingen noch Stunden weiter, bis er mir endlich antwortete. Anscheinend bedrückte ihn etwas, was ihn sehr beschäftigte - seelisch wie körperlich. Man sah ihn selten so in Gedanken, sonst war er nur damit beschäftigt Futter, oder eine spärliche Unterkunft für die Nacht zu suchen. ‚Ich habe Angst...‘ Ich riss die Augen auf und sah ihn an, als hätte er mich im selben Moment geohrfeigt. Allein aus dem Schock heraus, hatte ich nicht im Geringsten daran gedacht, über diese Aussage zu spotten. Wenn ein weißer Wolf Angst verspürte, bedeutete dies nur eins: Ein Ereignis von großer Wichtigkeit stand bevor. Aufgrund ihrer Abstammung waren weiße Wölfe Medien für große Macht und Stärke. Wenn eben diese also Angst verspürten, bedeutete dies, dass etwas herannahte, was ihre Macht überstieg. Wenn man bedenkt das ausgewachsene weiße Wölfe bis zu 3m Schulterhöhe erreichen konnten, war dies schon sehr erschreckend. ‚Du weißt was uns erwartet wenn wir unser Ziel erreichen?‘ ‚Ja, natürlich. Die Nacht des Gleichgewichts.‘ ‚Das meine ich nicht. Dies geschieht jedes Jahr um diese Zeit, doch diese Macht spüre ich erst, seit dem ich dir begegnet bin. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto drückender wird die Kraft, die meine Schultern beschwert.‘ Ich wusste, er hatte es mir nicht sagen wollen, es hätte seinen Stolz verletzt wegen solcher Lappalien zu jammern.

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BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:28 
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‚Wir nähern uns unserem Ziel und ich spüre, das diese Nacht diese Welt bewegen wird.‘ Ich gab ihm keine Antwort. Ich musste erst einmal über die neugewonnenen Erfahrungen nachdenken. Er sagte, er habe die Macht erst gespürt, als er mit mir zusammengekommen war. Das unser Treffen kein Zufall gewesen war wusste ich schon, aber warum spürte er diese Macht? Ging sie womöglich von mir aus? Ich wusste es nicht, aber es gab wichtigere Dinge, als sich darüber Gedanken zu machen. Dann sah ich sie, die grelle Spitze des Turms der weißen Welt. Er befand sich am nördlichen Ende unseres Landes und war vor Jahrhunderten erbaut worden um den weissen Göttern näher zu kommen und mit ihnen zu kommunizieren. Majestätisch erhob er sich aus der grauen Asche des Schnees. Hier, am Ende aller Zeit, würde sich nun für mich eine Neue Welt eröffnen. ‚So kehre ich zurück zu meiner Urahnen Geburtsort.‘ vernahm ich die Stimme meines Gefährten, die etwas traurig in meinem Geist widerklang. Angeblich war dem ersten Herrscher der weißen Lande ein weißer Welpe als Geschenk für den Bau des Turms überreicht worden. Dies war auch der Grund, warum jeder Herrscher einen weißen Wolf als Gefährten hatte. ‚Du kannst dich glücklich schätzen, auch wenn dein Heim hier in dieser Wüste aus Eis und Tod ist, du hast wenigstens ein Zuhause.‘ ‚So finde deinen Weg und ersuche die weissen Götter um ihre Gunst, zu finden, eine neue Welt.‘ Mit diesen Worten setzten wir die ersten Schritte in den Turm und ich erkannte, wieso der Turm sich so von dem Rest der Umgebung abhob. Er bestand vollkommen aus Kristall. Eine solche Schönheit hatte ich noch nie erblickt und war gebannt von der Schönheit der Natur und der Baukunst des weißen Volkes. Es herrschte eine Stille, wie man ihr hier oft begegnete. Allein der Wind sang sein Klagelied, während er durch den alten Turm pfiff. Es war eine seltsame, weltfremde Melodie. Doch irgendwie verzauberte sie mich.

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BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:29 
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Ich sah meinen Gefährten an, jeder Schritt schien ihm schwerer zu fallen. Ich hatte Bedenken ihn zu fragen ob er sich helfen lassen wollte, vielleicht würde ich seinen Stolz verletzen. ‚Wenn es darauf ankommt, sollte man nicht denken sondern handeln, das weißt du doch. Wenn man hier lebt und erst denkt anstatt zu handeln, ist man schneller tot als man schauen kann.‘, sagte er barsch. Ich verwarf meine Bedenken und stütze ihn, als wir die lange Wendeltreppe hinaufgingen. Oben angekommen standen wir vor einem großen Tor aus Kristall. In das Tor waren allerlei Dinge eingemeißelt. Dort waren Wölfe, Menschen und alle Arten von Tieren. Alle standen sie um den Turm und sahen auf die Spitze, die in die Wolken ragte und sie, wie ein Schwert einen Bauch durchbohren würde, durchstach. ‚Die Pforte der Götter‘, lies mein geschwächter Freund ehrfürchtig verlauten. ‚Tritt ein Kind, wenn du willst, erlangen was du suchst, doch sei vorsichtig! Dies ist ein heiliger Ort, alles Leben richtet seinen Blick auf dich und selbst die Götter werden dir ihr Gehör schenken, wenn du es verdienst. Ich kann dich weiter nicht begleiten, nur diejenigen, die die Götter ersuchen, dürfen diese Schwelle übertreten. Die Wächter der Welten wachen darüber!‘ Er wies mit der Schnauze auf zwei, aus schwarzem Kristall gefertigte Wölfe. Mir war mulmig zumute. Das alles strahlte solch eine Macht aus, dass sie auch mich nicht mehr kalt lies.
‚Die Warnungen sind klar. Beuge dich oder stirb, so sagt das Gesetz der Wächter.‘ ‚Ich werde mich beugen, ich bin nicht so weit gekommen um jetzt aufzugeben.‘ Langsam ging ich auf die Pforte zu und wie mit Geisterhand bewegt, öffnete sich das Tor, sowie die Augen der schwarzen Wölfe sich öffneten und mich anstarrten. Ich blieb aufrecht und sah den Wölfen entgegen. Dann ging ich durch das Tor, die Wölfe schlossen ihre Augen und die Tür mit ihnen.

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BeitragVerfasst: 17. September 2006, 15:30 
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Im darauffolgenden Raum sah ich nichts, außer einer Treppe, an deren Ende ein Altar stand. Ich ging langsam die Treppe hinauf. Erst jetzt viel mir auf, dass die Klage der Götter, wie mein Gefährte das Lied genannt hatte, nicht mehr Erklang. Dann erreichte ich die oberste Plattform mit dem Altar. Ich sah mich um. Der Raum war rund und in der Mitte stand die Plattform mit dem Altar, dahinter befand sich die Treppe. Ich kniete und dachte darüber nach, was wohl jetzt geschehen würde. Plötzlich wehte eine feine Brise durch mein Haar. Doch wie konnte das sein? Dieser Raum war vollkommen fensterlos. Ich schloss meine Augen, um mich auf mein Sein zu konzentrieren. Im nächsten Moment saßen vor mir eine Reihe weißer Gestalten auf hohen Thronen. Ich wusste, dass dies nur eine Vision war, denn ich hatte ja die Augen immer noch geschlossen. Dennoch war sie so real, wie es der Turm selbst auch war. Ihre Blicke durchstachen, mich als könnten sie mir ins innerste meines Herzens sehen. Ich beugte mein Haupt und kniete vor den Göttern. Eine Stimme, die sich anhörte als würden Tausende zur selben Zeit sprechen, erklang in meinem Geist. ‚Kind der weißen Götter, wieso ersuchst du in der Nacht des Gleichgewichts unseren Rat?‘ ‚Ich ersuchte den Rat, zu finden den Ort von dem ich stamme. Ich will ein Heim, einen Ort den ich Zuhause nennen kann.‘ ‚Wir sind Leben, wir sind Tot, wir sind der Schnee, wir sind die Tiere. All das was war und all das was geht, wird zu dem, was wir sind.‘ Eine lange Pause trat ein und als ich schon fast aufblicken wollte, fuhr die Stimme der Tausenden fort. ‚Du bist erwählt zu wandern, du bist das Kind der weißen Götter. Du wirst niemals finden wonach es dich begehrt.‘ Dieser Satz war wie eine eisige Klinge, die sich tief in mein Herz bohrte. Es erstickte jegliche Wärme und jegliches Leben. Nun wusste ich nicht mehr, ob ich noch lebte oder schon innerlich tot war. Ich würde niemals ein Heim haben. Diese Erkenntnis zerstörte mein gesamtes Inneres, alles fiel in sich zusammen, als wenn der Turm über mir zusammenbrechen würde, so lag auch mein innerstes in Scherben, in Scherben aus Eis. ‚Du allein bist erwählt ewig zu suchen und niemals zu finden, denn du bist das Kind der Götter. So füge dich deinem Schicksal, als Wächter der weißen Lande und Wanderer des Lebens und des Todes. Führe deine Suche, nach dem was du längst besitzt. Die ganze Welt ist dein Heim, denn du wirst wandern in der Welt und niemals Ruhe finden. Dies ist deine Bestimmung. FÜGE DICH ODER STIRB! Das ist das Gesetz der Wächter.’ Mit einem Schlag öffnete ich die Augen. Der kurze Moment, in dem alle Welten im Einklang waren war vorüber, die lange Dunkelheit hatte begonnen. Nach einer Weile stand ich auf, ging die Treppe hinab. Die Blicke der schwarzen Wächter erwidernd, verlies ich schließlich die Kammer und die Pforte schloss sich wieder für genau ein Jahr. Mit leisen Schritten ging ich weiter, bis ich die schweren Pfoten meines Gefährten neben mir schreiten hörte. Ich lies den Turm hinter mir und wusste: Die Zeit war gekommen. Endlich ging ich nach Hause.

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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 18. September 2006, 18:40 
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Die Geschichte ist sehr schön Janos. Sie gefällt mir echt gut... aber sprechende wölfe..?
Naja... auf jeden Fall gut gelungen. Aber ich möchte immernoch wissen wer C.K. is ^^

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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 18. September 2006, 19:02 
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Du hast nicht verstanden wie sie kommunizieren, sie sprechen doch nicht. Musst genau lesen sie nutzen hauptsächlich Gestik und Mimik, außerdem können sie sich teilweise telepatisch verständigen.

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 Betreff des Beitrags: Weiß wie Schnee
BeitragVerfasst: 18. September 2006, 19:35 
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Ja das habe ich mitbekommen, aber ich dachte der Wolf spricht, naja wenn sie nur telepatisch reden dann is ja gut, hätte es mir komisch vorgestellt der sprechende wolf...
ABer was ich auch mir noch schön vorstelle, der Palast aus Kristall, der sieht so wunderschön aus... da leuchtet alles so voll in verschiedenen Farben aba hauptsächlich weiß..

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