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 Betreff des Beitrags: Jäger der Nacht
BeitragVerfasst: 8. Februar 2009, 00:22 
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Lord Zibignew, wieder voller Zufriedenheit ihm zu seinem Sieg gratulieren würde. Dann verschwanden die Erinnerungen, und ihm wurde die dunkle Realität bewusst. Zorn kam in ihm auf, Zorn auf sich selbst, Zorn auf die Lebenden, dessen Leben er nie leben werden würde. Vladec machte sich selbst klar, dass er ein Verlorener und Verdammter war, der ewige Hass und die unendliche Kälte, die sich in ihm ausbreiteten, machten ihn völlig Gleichgültig und Gefühlskalt, sogar das eben gespürte Verlangen nach Blut, der Wunsch nach dem wunderbaren und doch schrecklichen Gefühl, wenn er seine Zähne in eine Kehle rammte, und dass Blut eines Menschen trank, verschwanden hinter einer Wand der Verbitterung und Gefühllosigkeit. Wie eine Maschine, kalt logisch denkend und nur auf den eigenen, endgültigen Vorteil bedacht, entschloss er sich, das Dorf zu verlassen, bevor er entdeckt wurde. Vladec verließ das Dorf unerkannt und richtete sich nördlich davon in einer kleinen Höhle, oder, der grösse zuurteilen eher einer Felsnische ein. Die Höhle wird, oder wurde, wie es schien, als Lager benutzt, in ihr waren ein paar wenige Kisten und Fässer zu finden, sowie ein kleines Regal. Die Felswände waren feucht und erdig, was darauf schliessen liess, dass es sich hierbei um eine natürliche Höhle handelte. Da es langsam Hell wurde legte sich Vladec nieder, obwohl er nicht richtig schlafen konnte. Auch wenn er nicht an der Sonne sterben würde, wollte er doch nicht geschwächt sein, falls ein Gegner ihn überraschen sollte, daher beschloss er, bis zum Sonnenuntergang zu warten, und vielleicht sogar seine Augen zu schliessen, auch wenn er Angst vor Erinnerung hatte. Schliesslich legte er hin, sein Geist beugte sich dem Willen und die Wand, welche scheinbar alle Emotionen von ihm fernhielt, verschonte ihn von schmerzlichen Erinnerungen. Lediglich ein Gedanke plagte ihn. Er würde nicht lange Überleben, wenn er in jeder Ortschaft, wo er hinkam, ein Blutbad anrichtete. Er dachte, er hätte bei Yabimelech gelernt, seinen Blutdurst zu kontrollieren, doch ohne die Weisheit seines Mentors verfiel er nun immer öfters seinen Instinkten. Während seinen Überlegungen fing Vladec an, sich vor sich selbst zu Ekeln, und der Selbsthass wurde zu einem depressionsähnlichen Zustand, welcher ihn Geistlos an die Decke schauen liess, und alle Leidenschaft, die er je beim aussaugen seiner Opfer spürte, vergessen liessen. Sein Blutdurst und seine vampirische Leidenschaft gingen, zumindest vorerst, in Vladecs Selbsthass unter. Dann schloss er trotz allem die Augen und lag in einer Art Wachschlaf stundenlang auf dem Boden der Höhle.
Die Sonne war bereits wieder verschwunden, und der Mond stand an dem bewölkten Himmel, als er wieder erwachte. Der Geschwindigkeit zufolge, mit der sich die Wolken bewegten, blies ein starker Wind. Als er aufsaß sah er eine schemenhafte Gestalt im Höhleneingang. Er zog sofort seinen Dolch in der Brustscheide und ging in Kampfstellung. Die Gestalt lachte dumpf. „Gut, Ihr seid erwacht. Ich habe nur darauf gewartet. Euch im Schlaf zu töten wäre unter meiner Würde. Ja, Ihr werdet sterben, Abschaum. Aber, lasst mich Euch vorstellen: Ich bin Araris Mercina, oberster Priester der heiligen Legion und deren Vampirjäger.“ Vladec hatte von dieser Legion gehört, sie war ähnlich wie die Nachtjäger, aber nicht so im geheimen, und es gab nur etwa fünf Vampirjäger der Legion, während eine ganze Armee und eine grosse Priesterschaft unter dem Banner der Vampirjäger für Recht und Ordnung kämpften. Anders als die Nachtjäger waren die Mitglieder der Legion stark religiös Motiviert, ihr glaube an einen Herrn, der alles Geschaffen haben sollte, und dem sie ihre Treue und Ergebenheit im Leben beweisen mussten, um nach ihrem Tod ewig an seiner Seite in einem Paradies zu leben, spornte sie zu Meisterleistungen an.
„Vampirjäger? Pah!“ Vladec war angewidert, er wusste jedoch nicht recht warum, er war früher selbst ein Vampirjäger. Dann zog Araris zwei Säbel, sie waren reichlich mit Gold verziert, auf den Klingen waren kurze Sätze eingraviert, wahrscheinlich von religiöser Art. Ohne gross zu zögern griff Araris Vladec an. Er parierte den ersten hieb mit dem Dolch, dieser wurde ihm jedoch aus den Händen geschlagen. Der zweite Säbel hinterließ einen langen Schnitt in dem linken Arm, den Vladec anfangs nicht einmal spürte, doch kam dann plötzlich ein gewaltiger Schmerz auf, der den Vampir beinahe zu Fall brach, doch Vladec

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 Betreff des Beitrags: Jäger der Nacht
BeitragVerfasst: 8. Februar 2009, 00:23 
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hielt sich mit aller Kraft auf den Beinen. Mercina sagte Gelassen und voller Zuversicht: „Die geheiligten Worte in dieser Klinge wird dein verfluchtes Fleisch von innen Säubern, Vampir! Sieh das Kreuz des Herrn! Flieh, Kreatur, gesendet von feindlichen Mächte! Gesiegt hat der Löwe aus Juda, die Wurzel Davids! Halleluja!“ Der Vampirjäger wollte soeben zu einem neuen Schlag ausholen, als Vladec sein Schwert zog, während er mit der Unterarmklinge den Kiefer des Vampirjägers aufriss. Blut tropfte und färbte Araris weißes gewand rot. Den ersten Schwertstreich parierte Araris gekonnt, sein Konter traf dann Vladec genau in den Bauch, dieser brach zusammen. „Nun…. STERBE!“ brüllte Araris. Doch gerade als dieser Vladec mit seiner Klinge halbieren wollte, rollte sich Vladec ab und hackte Araris den Arm ab. Wieder spritzen dem Vampir Unmengen von Blut entgegen und wieder erregte dieser Anblickt Vladec, wenn auch bei weitem nicht so stark, wie letztes Mal. Die Wand aus Hass und Emotionslosigkeit hielt dem Blutrausch stand.
Der Vampirjäger wurde überrascht zur Seite geschlagen und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Dann nahm Vladec den Zweihänder und stach in den sich am Boden windenden Vampirjäger. Das Blut, das als Fontäne herausspritzte, leckte Vladec sich genüsslich von dem Gewand. Dann war es, wie schon mehrmals davor, totenstill, und nur der Geruch von Schweiss und Blut lag in der kühlen Luft.
Lord Vladec verfolgte von nun an zwei Ziele: Diesen Duntrell jagen und umzubringen und die Heilige Legion, die ihn zu jagen schien, zu zerstören. Da Duntrell immer mehr Vorsprung machte, entschied er, zuerst auf ihn Jagd zu machen. Als er Duntrells Fährte, die so schwach war, dass nur ein Vampir sie aufnehmen konnte, folgte, merkte Vladec bald, dass sie die Richtung wechselte und nun nach Norden ging.

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BeitragVerfasst: 2. März 2009, 22:37 
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Kapitel 4: Wölfe des Nordens

Es wurde immer wie kälter, die Nächte immer länger. Vladec war schon weit im Norden, doch Duntrell hatte aufgrund des Rast im Dorf viel Vorsprung gewonnen, auch wenn dieser langsam schwand. Den Spuren zufolge war Duntrell beritten, doch kam Vladec zu Fuss gut mit, aufgrund der vampirischen Eigenschaften konnte er viel schneller laufen als andere Lebewesen. Auf seiner Jagd begegneten ihm immer wieder wilde Tiere, die er ignorierte oder einfach abschlachtete. Es schien, als ob die Tiere vor etwas flohen, völlig verängstigt fielen sie alles an, was ihnen in den Weg kam. Als Vladec noch weiter nach Norden ritt, stiess er auf Untote, anscheinend ohne Meister, denn sie wandelten Ziellos auf der Strasse umher, wild und völlig unkontrolliert. Es kam Vladec vor, als ob das Land selbst von einer schwarzen Macht durchdrungen war, die sich wie eine Krankheit von Norden langsam nach Süden ausbreitete, die Tiere vertrieb, und die Toten erneut auf Erden wandeln liess. Vladec spürte aber auch, wie seine eigenen Kräfte stärker wurden, es fiel ihm aber ebenso immer schwieriger, seine Macht unter Kontrolle zu halten. Blut trank er nur selten, und wenn, war es Tierblut, denn es war beinnahe kein Leben auf der Strasse. Der Blutmangel und die stärker werdenden Kräfte, die wie ein parasitäres Wesen in Vladecs Körper zappelten, was ihn immer öfters in einen grausamen Blutrausch brachte.

Er war nun schon drei Tage in der Schneelandschaft unterwegs, westlich des Weges wechselten sich Hügel und Berge ab, wobei die ganze Landschaft immer karger und steiniger wurde. Gegen Osten war bis zum Horizont eine Mischung aus Sumpf und dichtem Wald, über dem die ganze Zeit Nebel lag. Die Strasse, auf der Vladec lief, führte immer weiter zu den Bergen, doch der Nebel, wessen auftreten Vladec mit dem Sumpf verband, wurde immer dichter, auch wenn sich der Vampir immer weiter von Sumpf entfernte, und sich den Bergen näherte. Zu seinem erstaunen war die Strasse in einem sehr guten Zustand, obwohl er seit drei Tagen keinem Menschen begegnete, nicht einmal ein Händler kam des Weges entlang. Als der Morgen des vierten Tages dämmerte, erkannte Vladec durch den dichten Nebel, der fast

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BeitragVerfasst: 2. März 2009, 22:38 
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alles Licht der hell roten Sonne, die hinter den Gipfeln der Bergen aufging, verschluckte, eine Wegsperre mit bewaffneten Soldaten. Sie trugen alle einen Vollplattenpanzer, einen weissen Wappenrock auf dem eine gelbe Sonne über einem roten Meer aufging, einen Plattenhelm und ein Langschwert. Da sie eine Uniform hatten, schloss Vladec aus, dass es sich um Wegelagerer oder Banditen handelte. Es mussten organisierte Streitkräfte sein. Das Wappen war ihm unbekannt, weder der Vampirfürst Morvan, dessen Reich im Süden lag, noch die Baronie Weyssendach, die sich im Westen der Festung der Nachtjäger erstreckte, führten dieses Wappen. Herzogtum Schwarzstein war noch weiter im Norden und hatte keinen Einfluss auf diese Gegend, das Herzogtum Greifenthal war weit im Westen, und auch es sollte hier keinerlei Einfluss besitzen. Aufgrund dieser Tatsachen kamen Vladec diese Soldaten noch eigenartiger vor. Er kannte weder das Wappen von Schwarzstein, noch von Greifenthal, aber, wenn es wirklich Soldaten einer dieser Herzogtümer waren, was suchten sie hier?
Als er näher kam machte einer der Soldaten mit seiner Hand eine Geste, die Vladec zu verstehen gab, anzuhalten. Der Vampir zog seine Kapuze etwas tiefer, bremste dann aber den Schritt und hielt an. Der Soldat sagte mit harschem Tonfall: „Halt! Wir haben Informationen über einen gefährlichen Vampir der hier durchkommen sollte. Wir müssen alle Wanderer auf dieser Route kontrollieren.“
Vladec überlegte kurz und fragte: „Und von wo kommt diese Information?“.
„Das geht Euch nichts an, egal ob Ihr Händler, Söldner oder nur Wanderer seit, legt alle Eure Waffen ab und lasst Euch durchsuchen“; erwiderte die Wache. Der Vampir ging langsam zu der Wache, dachte aber nicht im Traum daran, seine Waffen abzulegen.
„Ein gefährlicher Vampir? Komm, und überzeuge dich WIE gefährlich er wirklich ist!“ brüllte Vladec im selben Moment als er dem Soldaten den Kopf mit seiner Unterarmklinge abtrennte. Sofort waren die anderen Soldaten der Wegsperre zu Stelle. „DER VAMPIR! LOS, WIR MÜSSEN IHN VON ALLEN SEITEN ANGREIFFEN!“ rief einer der Soldaten und die Anderen, insgesamt sechs, alle mit der selben Ausrüstung. machten sich auf, den Vampiren zu umzingeln. Inzwischen zierte ein düsteres Lächeln Vladecs Gesicht. Als alle um ihn herum standen, zog er den Zweihänder und wirbelte etwa zweimal um sich herum. Als er dann wieder stehen blieb lagen die sechs Soldaten, jeder mit zwei langen Schnitten in Brusthöhe, tot am Boden. Sein Körper dürstete nach Blut, und ohne zu zögern biss er in die Kehle des eben verstorbenen Soldaten, der am nächsten lag. Anders als bisher fühlte er aber nicht dieses Gefühl des Wohlergehens, nein, er trank nur, um sich zu stärken, alle die Gefühle die er einst spürte, die Lust und die unendliche Freude am Blutvergiessen, sie alle waren wie Schatten, der auf seiner Seele lagen. Doch trotz allem fühlte Vladec, wie seine volle stärke zurückkam. Als er sich erhob, züngelte ein unheiliges Feuer in seinen Augen, welches leer und trostlos, aber trotzdem hasserfüllt und verstörend wirkte.
Seine Augen blickten über den Platz, die Wegsperre war professionell aus gefällten Baumstämmen errichtet und bot wahrscheinlich selbst gegen grössere Angriffe eine gute Deckung. Am rechten Rand der Strasse war ein kleiner Durchgang, an dem man die Sperre passieren konnte. Als Vladec auf der anderen Seite ankam, fand er ein kleines Zelt, welches gleich am Strassenrand aufgeschlagen wurde. Auf der Suche nach Antworten, was für Soldaten er abgeschlachtet hatte, und warum sie von ihm wussten, betrat er das Zelt. Mit Holz und Seilen waren vier zweistöckige Betten gebaut, auf dem einen lagen verschiedene Vorräte, unter anderem Brot und Dörrfleisch. In der Ecke des Zeltes stand ein Fass mit Wein oder Wasser. Entgegen seinen Erwartungen, fand Vladec weder Pläne noch Befehle. Im selben Moment, als er das Zelt verlassen wollte, erspähte er auf einem Bett ein hölzernes Kreuz. Was auch immer der Zweck dieses Kreuzes war, Vladec erinnerte sich daran, dass der Vampirjäger dieser heiligen Legion etwas von einem Kreuz des Herrn sagte. Doch wie konnte die Legion von ihm wissen, wenn Mercina tot war? Was hatte Duntrell mit der Legion zu tun?
Da die Sonne schon aufgegangen war, entschloss sich Vladec – auch wenn kaum ein Lichtstrahl durch den Nebel drang – erst zu rasten. Duntrell würde weiter an Vorsprung

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 Betreff des Beitrags: Jäger der Nacht
BeitragVerfasst: 2. März 2009, 22:39 
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gewinnen, doch wollte er nicht während des Tages in einen Kampf mit der Legion – oder schlimmer, in einen Kampf mit Duntrell – verwickelt werden. Er verliess die Strasse und ging in den Wald am Wegesrand. Schon nach kurzer Zeit erspähte der Vampir alte Mauerreste zwischen den Bäumen. Als Vladec näher kam, erkannte er die Überreste eines kleinen Gebäudes, einer Art Schrein. Das Dach war eingestürzt, innerhalb der quadratischen Mauern lag viel Schutt, wahrscheinlich das alte Dach. Aus den Trümmerhaufen ragten vier Säulen, die ebenfalls in einem Quadrat angeordnet waren. In der Mitte, auf einem kleinen Altar, war in altertümlichen, reich verzierten und verschnörkelten Schrift ein langer Text eingemeisselt. Bevor sich aber Vladec dem Altar zuwand, fiel sein Blick auf die Wände. Obwohl sie schon Moosbewachsen und teilweise verfallen warn, erkannte er auf jeder Seitenwand drei Fresken. Auf dem ersten Fresko war ein Mann abgebildet, der am Boden kniete. Vor ihm lag ein Buch, und er war anscheinend daran, etwas darin zu lesen. Die Szene sah aus, als ob der Mann mit einer Formel aus dem Buch etwas beschwor, seine Hände waren nach oben gerichtet, sein Kopf gesenkt. Auf den Handflächen waren blutige Runen eingeritzt, Vladec kannte die Symbole nicht, doch setzten sie sich vorwiegend aus Kurven und Kreisen zusammen, die wild verteilt übereinander lagen. Im Hintergrund war ein brennendes Dorf zu sehen, welches gerade von Kriegern in schwarzen Rüstungen geschleift wurde. Es war nicht genau ersichtlich, ob das brennende Dorf das Werk des Mannes mit dem Buch war, oder ob der Mann aus dem Dorf floh. Auf dem nächsten Bild war wieder der Mann zu sehen, nun aber stand er in einem schwarzen Nichts. Ihm gegenüber war Etwas, was menschliche Züge aufzeigte, jedoch verschwommen dargestellt wurde, als ob dieses Etwas nicht wirklich war. Der Mann, der dieselben Zeichen in den Handflächen aufzeigte, wie der Mann auf dem letzten Bild, hatte sich jedoch verändert. Aus seinen Augen schossen blaue Blitze, sein ganzer Körper war schrecklich verkrümmt und das Gesicht schmerzverzerrt. Das nächste Bild stellte denselben Mann dar, der als Anführer einer Armee in einer Schlacht vorstürmte. Seine Armee bestand aus anderen Menschen, die ihrem Anführer zumindest Äusserlich recht ähnlich waren, sie alle trugen schwarze Kutten und einen langen Speer oder Kampfstab. Die Geschichte, die auf den Bildern festgehalten wurde, wurde auf der anderen wie es schien auf der gegenüberliegenden Wand fortgesetzt. Die Armee der in schwarz gehüllten Kriegern war siegreich, und dieses Bild zeigte, wie sie ihre Gegner schändeten und hinrichteten. Im hinteren Teil des Bildes waren viele Pfähle dargestellt, die Eckzähne der Opfer darauf waren völlig übertrieben dargestellt, dass klar ersichtlich wurde, dass es sich um Vampire handeln musste. Die Männer in Schwarz wurden jedoch nicht als grausame Schlächter dargestellt, eher als Helden. Die Vampire besassen hässliche, schwarze Flügel, was sie zu durch und durch dämonischen Kreaturen machte. Die Menschen, die im Vordergrund des Bildes gepeinigt wurden, hatten allesamt grässliche Dämonenfratzen. Dem Bild zu beurteilen war es so, dass die schwarzen Krieger in der Schlacht das Böse der Welt bekämpften, die dämonischen Vampiren und die Menschen, welche durch dunkle Kräfte verdorben waren. Auf dem letzten Bild war eine grosse schwarze Festung abgebildet, der Himmel über ihr war von Wolken bedeckt, doch genau über der Festung durchdrang ein blaues Licht die Wolkendecke, und viel auf die Festung. Ausserhalb der Festung knieten Menschen, die demütig ihre Hände zum Himmel erhoben, als ob sie etwas anbeteten.
Der Vampir nahm an, dass es sich bei den Wandmalereien um die Darstellung einer alten Legende oder Geschichte eines vergessenen Volkes oder einer längst toten Religion handelte. Vor allem in der sumpfigen Region ausserhalb des Einflussbereiches der grossen Herrschaftsgebiete gab es vergleichsweise viele historische Stätten, da niemand die Mittel und das Interesse hatte, die moorigen Wälder zu besiedeln und die Ruinen als Grundlage für neue Siedlungen zu benützen. Da Vladec weder wusste, was die Fresken darstellten, noch, wer sie gemacht hatte, wandte er sich uninteressiert ab, und ging zu dem Altar. Die eingemeisselte Schrift war nur stückweise leserlich, grosse Teile waren überwachsen, andere Stellen herausgebrochen. Was er lesen konnte war ähnlich unaufschlussreich wie die Wandgemälde.

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 Betreff des Beitrags: Jäger der Nacht
BeitragVerfasst: 2. März 2009, 22:40 
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Es stand etwas von den Erben des dunklen Zeitalters, einer grossen Reinigung mit der Macht des Wolfes, einer Reinigung von jeder schwachen Existenz. Es stand, dass die Erben sich der Macht der Apokalypse bedienten, sich dem grossen Wolf verschrieben und dann auszogen, um ein neues Zeitalter einzuläuten. Dieser grosse Wolf, so dachte Vladec, musste eine Art Herrscher oder Gott sein, der verehrt wurde. Er fragte sich auch, was diese Erben waren. Vampire? Es war eindeutig, dass es keine Menschen waren, dem Text nach zu urteilen hoben sie sich ab, wie eine elitäre Oberschicht, warum sonst wollten sie die Welt von schwächlicher Existenz befreien? Vladec war klar, dass mit dieser Existenz die Menschen gemeint waren. Aber falls es Vampire gewesen waren, wieso sind auf dem einen Bild selbst Vampire Opfer ihres Kreuzzuges?
Ohne länger darüber nachzudenken lehnte sich Vladec gegen eine der Mauern, das Schwert rammte er neben sich in den Boden. Die Hand fest um den Griff gelegt wurde sein Blick langsam verschwommen, er fiel in eine Art Wachschlaf, in dem alles um ihn herum mit einem vielfachen der normalen Geschwindigkeit ablief. Die Konturen der Gemäuer und Bäume waren nur Schemen, und die ganze Landschaft war wie in ein blasses, weisses Licht getaucht. Ohne zu denken, wie durch einen automatischen Reflex, schnellte der Vampir wieder hoch, sobald die Sonne am Horizont versank und der Mond am Himmel stand. Die Ruine hinter sich lassend, kehrte er auf die Strasse zurück. Die Wegsperre war noch immer an Ort und Stelle, selbst die Leichen lagen noch unverändert an der Stelle, an den Vladec sie hinbeförderte. Ohne sie näher zu betrachten folgte er der Strasse weiter nach Norden, doch schon nach kurzer Zeit tauchte über den Baumwipfeln am Fusse eines Berges eine grosse Festung mit schwarzen, etwa dreissig Meter hohen Mauern und runden Türmen mit Zinnkronen, auf denen mit hölzernen Spiessen gepfählte Menschen brannten, auf. Auf den Mauern thronten Hängekäfige mit verwesenden Leichen. In der Mitte befand sich ein riesiges, tiefschwarzes Tor, über dem gehörnte Schädel aufgespiesst waren. Die Festung sah wie eine Bastion der schwärzesten Verdammnis aus, des dunkelsten Schreckens. Duntrells Spur führte in diese Festung, und Vladec erkannte, dass es dieselbe Festung war, wie auf dem einen Fresko in der Ruine. War diese Ruine mitten im Wald doch nicht so vergessen, wie er dachte? Auch wenn alles Still und verlassen schien, wollte Vladec nicht einfach anklopfen, er beschwor seine Vampirklauen und kletterte mit ihnen die schwarze Mauer herauf, indem er die Klauen mit grosser Kraft in den Stein schlug. Als er oben auf dem Zinnwall war, war auch niemand zu sehen. Die Festung erinnerte ihn an Schloss Blutwind nach dem Angriff – verlassen, still und mit toten Überseht, obwohl die Leichen hier präsentiert wurden, als ob der Besitzer damit zeigen wollte, wie mächtig er nicht war, anders als in Schloss Blutwind, wo die Leichen anscheinend aus purer Freude aufgespiesst oder enthauptet wurden.
Zielsicher lief der Vampir den Wall entlang, auf dessen Innenseite ein kleiner, menschenleerer Hof war. Auf dem Hof führten drei grosse Tore auf jede Seite in die Festung, die sich als ein einziges, zusammenhängendes Gebäude herausstellte. Abgesehen von dem Hof erstreckte sich ein flaches Steindach von der Mauer bis an das andere Ende der Festung, wo die Decke in dem massiven Fels eines Berges verschwand. Den Zweihänder mit festem griff in der Hand schritt Vladec vor und schaute sich vorsichtig um.
Links war ein kleiner, quadratischer Turm, darin fand Vladec eine Treppe nach unten. Ohne einen laut von sich zu geben schlicht Vladec hinunter. Unten angekommen sah er einen riesigen Säulenraum. Die Säulen waren etwa doppelt so dick wie ein erwachsener Mensch, also konnte der Vampir ohne grosse Probleme hinter ihnen in Deckung gehen. Auch wenn alles still war, und nur wenige Fackeln, die an den Wänden festgemacht wurden, müde flackerten, war Vladec extrem vorsichtig und kampfbereit. An beiden Enden der Säulenhalle waren grosse Eichentore, und erst bei genauerem Beobachten sah Vladec, dass auch die Wände mit grossen Malereien verziert waren. Vladec erwartete, durch die Bilder mehr über die Festung herauszufinden, doch stellten sich nun noch mehr Fragen.

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BeitragVerfasst: 2. März 2009, 22:41 
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hatte definitiv zwei Beine, die Gestalt war etwas zwei Köpfe grösser als Vladec, der ohnehin schon sehr gross war. Die Schultern waren jedoch sicher fast doppelt so breit wie die Vladecs. Der Anblick war furchtbar und lehrte selbst Vladec Demut. Anders als vorhin, wo die Stimme des Angreifers hoch und kreischend war, erklang die Stimme nun tief und hallte in der ganzen Bibliothek wieder. „Minderwertige Kreatur, du wirst für deine Dreistigkeit bezahlen, wie alle anderen, die es wagen, sich gegen die Erben des Dunklen Zeitalters zu erheben.“ Mit diesem Satz hob der Schatten seine Hände, und von überall, selbst von der Decke, kamen untersetzte Kreaturen, alle in schwarze Lumpen gehüllt und mit Fleischerhaken und ähnlichem bewaffnet. Sie sahen aufgrund ihrer Grösse aus wie Kinder, doch erkannte Vladec nichts unter den Lumpen, dass sie als solche identifiziert hätte. Und für Kinder waren diese Dinger ziemlich aggressiv. Ohne zu zögern stürmten sie auf Vladec, welcher sich im letzten Moment mit einer Rolle zur Seite warf und den Zweihänder, den er vorher verloren hatte, und der nur ein paar Schritte weit weg lag, wieder an sich riss. Mit dem ersten Schlag streckte er gleich die ganze erste Reihe der Kreaturen nieder, die nicht einmal versuchen, den Schlag zu parieren oder auszuweichen. Die Reihe, die er soeben niederstreckte, wurde sogleich von noch mehr dieser Kreaturen aufgefüllt. Ein düsteres Lächeln huschte über Vladec Gesicht. Er hob die Hand und liess sie zu einer Faust geballt niedersausen, die dunklen Kräfte in Vladecs Körper sollten das Blatt wenden. Eine gigantische Druckwelle, deren Farbe zwischen Schwarz und Rot abwechselte, was den ganzen Raum in ein krankes Licht hüllte, ging von Vladec aus. Die Kreaturen, die erfasst wurden, wurden Wortwörtlich pulverisiert, anderen wurde wortwörtlich das Fleisch von den Knochen gerissen. Ihre sauberen Skelette fielen einfach zu Boden oder wurden von einer anschliessenden, zweiten Druckwelle in Knochenstaub verwandelt. Seinem Sieg sicher, wollte Vladec vortreten, um den Angreifer, welcher diese kleinen Kreaturen beschwor oder rief, zu töten. Schon nach dem ersten Schritt musste der Vampir feststellen, dass wieder eine neue Welle dieser Kreaturen auf ihn zukam. „Verdammte inzuchtgeschädigte Bastarde…“, spie Vladec aus, während er sich mit einer Hand die Verletzung an der Schulter hielt, welche einfach nicht zu Bluten aufhören wollte. In der anderen Hand hielt er den Zweihänder, den er als Vampir ohne Probleme einhändig schwingen konnte. Mit einem bestialischen Gebrüll stürmte er der nächsten Welle entgegen. Links und Rechts zerhackte er die Bestien, oder was diese Dinger auch immer waren. Blut, Köpfe und Gliedmassen flogen herum, doch schien es, als ob für jede Kreatur, die Vladec tötete, fünf neue kamen. Plötzlich schrie der Schatten, der diese Bestien befehligte, und immer noch da stand, wo er war, als er diese Kreaturen rief, ein unaussprechlicher Laut. Die Kreaturen verschwanden und flohen durch jedes noch so kleine Loch im ganzen Gemäuer. Vladec wollte etwas sagen, den Angreifer endlich in einem fairen Kampf herausfordern, doch wurde er im selben Moment von hinten mit drei Waffen durchbohrt, welche dem Schwertstab von Duntrell sehr ähnlich waren. Vladec sank zu Boden, die Waffen mussten verzaubert sein. Sie raubten dem Vampir alle Kraft, er wollte sich erheben und kämpfen, doch konnte er nicht. Der erste Angreifer, der diese kleinen Kreaturen beschwor, kam nun auf Vladec zu. Als er näher kam, wurde das Bild immer schärfer. Es war Duntrell, nun, aus nächster Nähe erkannte ihn Vladec. Er war etwas grösser als Vladec, doch war das riesige Äussere das Werk der Schatten oder einer fremden Magie. Auch wenn Duntrell gross war, war diese beängstigende grösse, welche ihn vorhin zeichnete, nur eine Täuschung Vladecs vampirischen Sinne.
Ohne etwas zu sagen trat Duntrell vor den Vampir und stiess ihm einen kleinen Dolch in die ohnehin schon verletzte Schulter. Vladecs atmen wurde schwer, doch konnte er sich soweit beherrschen, keinen Schmerz zu zeigen. Dann endlich erhob Duntrell das Wort: „Ah, endlich, Vladec. Ich hätte nicht gedacht, dass du den Mut hast, mir zu folgen. Tapferer, kleines Vampirchen. Du entweihst diesen Ort, alleine die Anwesenheit einer dieser minderwertigen, niederen Kreaturen beleidigt den grossen Wolf. Du hattest den Mut, in die schwarze Festung einzudringen, nun wird sich dein Schicksal erfüllen. Der grosse Wolf hatte dein Schicksal schon lange vorbestimmt, Wurm.“, mit diesen Worten schlug Duntrell dem Vampir mit der

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BeitragVerfasst: 2. März 2009, 22:42 
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blossen Faust ins Gesicht, wobei seine Lippe aufplatzte. „Wie fühlt das sich an? Du haltest dich für besser als alle anderen, Vampir, doch deine Rasse spürt den selben Schmerz wie alle anderen Untermenschen, dein Blut fliesst ebenso wie alles andere Blut. Du bist ein Nichts.“ Die anderen drei Angreifer, die Vladec zu fall brachten, gaben sich nun zuerkennen. Sie trugen ebenso schwarze Kutten wie Duntrell, die ihre Gesichter versteckten. Zu ihnen gewand sprach Duntrell: „Los, bringt ihn in das Verliess.“ Ohne etwas zu sagen packten zwei der Kuttenträger Vladec und schleiften ihn mit sich, der Dritte folgte lediglich den Anderen. Ihre Waffen liessen sie in Vladecs Körper stecken. Als Vampir konnte er nicht einfach Bewusstlos werden, doch war er durch die magischen Waffen so geschwächt, dass er völlig Bewegungsunfähig war, seine Sicht war verschwommen, und alles lief wie in Zeitlupe ab.
Die Kuttenträger schleppten ihn lange, schwach beleuchtete Gänge entlang. Dann ging es eine lange, nasskalte Treppe hinunter. Es war eisig Kalt, und der Weg die Treppe hinunter empfand er länger, als den gesamten Weg vorhin. Der weg führte immer weiter durch Gänge, von Zeit zu Zeit kamen Abzweigungen. Schliesslich kamen sie in einem Raum an. Vladecs Wahrnehmung war soweit geschwächt, dass er nur noch grobe Konturen verschwommen erkannte.
Dort wurde er mit gestreckten Händen und Füssen angekettet, so dass sein Körper ein Andreaskreuz bildete. Sobald die Fesseln seine Gliedmassen umfassten, spürte er, wie seine Kräfte auf ein Minimum sanken, ähnlich wie die Waffen, schienen diese Ketten magische Eigenschaften zu besitzen, die seine Kräfte im Zaum hielten. Erst jetzt zogen die Kuttenträger ihre Schwertstäbe aus Vladecs Körper, er spürte, dass ein Teil seiner Kraft zurückkam, aber gleich wieder durch die Fesseln gebunden wurde. Er war völlig den Kuttenträger ausgeliefert. Ohne jedoch ein Wort zu sagen verschwanden die drei Männer, die ihn hier hin brachten, dann war Vladec alleine in der Dunkelheit.
Vladec verlor jegliches Zeitgefühl, er wusste nicht mehr, ob Tag oder Nacht war, er wusste nicht, wie lange er schon gefangen war. Lediglich sein Blutdurst hielt ihn am Leben. Der ewige, nie endende Blutdurst.

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